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Transcribe Page - Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, January 5, 1920

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Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, January 5, 1920, p. 3 - image of

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[page 3:]

ins Haus und hilft meiner lieben Lisbeth beim Umändern. Da wird ein Geschäft gehen! Einzelne Dinge haben schon ihre Bestimmung gefunden. Den grauen Hut und die Kragen erhielt der vertriebene Elsässer. Herr Zitt einige Krawatten. Schürze, einige Selbstbinder und die Untertaillen wan= derten nach Heuchelheim. Die weiten Untertaillen kann Lisbeth wegen "Münchenglattbach" nicht tragen und Hut und Kragen waren mir auch zu weit. Ich selbst trage bereits die beiden Paar schöne Schuhe, welche mir sehr gut passen, sowie eines der wollenen Hemde. Ich kann Euch nicht sagesagen, wie wohl die Wärme tut. Sie ist doch eine ganz andere, wie die von unserer abgetragenen, abgewaschenen, alten Wäsche. Auch die warmen Handschuhe leisten gute Dienste. Mit einem Wort: Wir können alles gebrauchen, oder in Brauchbares umwandeln. Die von der lieben Tante besorgte Babyausstattung ist sehr praktisch und wunderschön und erweckte ganz besonders bei Mutter und Kind große Freude. Als Helene das Häubchen aufbekam und wir zu ihr sagten: "Ach was ist das Kind so s[t]olz", ging sie von einem zum andern, stellte gar hochmütig das Köpfchen und wollte bewundert sein. Onkel und Tante gab sie dann auf dem Bilde einen Kuß. – –

Und nun Ihr lieben guten Menschen, wie können, wie sollen wir Euch danken? Es gibt nicht Worte, um all die herzlichen Gefühle der Dankbarkeit auszudrücken für solch‘ reiches Geschenk, mehr aber noch für die Liebe, die es dargebracht hat. Möge Euch die Ver= sicherung eine Herzenfreude, eine erhebende Genugtuung sein, daß Ihr unglücklichen Menschen, die ihren größten Stolz– ihr Vaterland – in Trümmer gehen sahen, die mit einem Herzen voll Heimatliebe erfüllt sind, die mit hartem, zähem Willen stark bleiben wollen in der Not der Zeit, die sich nicht unterdrücken lassen wollen von dem "Fremden,"[insertion:]little arrow with a point above[/insertion] von der Gemein= heit, von dem Wucher= und Schiebertum unserer Tage, die trotzalledem den Glauben nicht auf= geben an die Zukunft ihres Volkes und immer wieder Hoffnung und Zuversicht hinein= tragen in Schule und Gemeinde, daß Ihr diesen Menschen am letzten Tage eines Jahres welches das traurigste, dunkelste und härteste ihres Lebens war, eine große Freude gemacht habt. Und so möge das Bewußtsein einer schönen Tat Euch glücklicher machen als unsere Dankesworte.

Durch Euere Liebesgabe am letzten Tage eines Unglücksjahres ist dieses durch den einen Tag zu einem schönen Abschluß gebracht worden und so wünschen und hoffen wir, daß dieser eine Tag uns das Vergangene vergessen läßt und daß das neue Jahr, an dessen Schwelle wir stehen, ein besseres, ein lichtvolleres – ein Friedensjahr wird für die ganze Menschheit.– – –

Elisabeth tritt eben zu mir an den Schreibtisch und nimmt von dem Briefe Kenntnis. Sie beschwert sich darüber, daß ich nicht eingehender auf die Einzelheiten ein=


[page 3:] ins Haus und hilft meiner lieben Lisbeth beim Umändern. Da wird ein Geschäft gehen! Einzelne Dinge haben schon ihre Bestimmung gefunden. Den grauen Hut und die Kragen erhielt der vertriebene Elsässer. Herr Zitt einige Krawatten. Schürze, einige Selbstbinder und die Untertaillen wan- dern nach Heuchelheim. Die weiten Untertaillen kann Lisbeth wegen "Münchenglattbach" nicht tragen und Hut und Kragen waren mir auch zu weit. Ich selbst trage bereits die beiden Paar schöne Schuhe, welche mir sehr gut passen, sowie eines der wollenen Hemde. Ich kann Euch nicht sage, wie wohl die Wärme tut. Sie ist doch ein ganz andere, wie die von unserer abgetragenen, abgewaschenen, alten Wäsche. Auch die warmen Handschuhe leisten gute Dienste. Mit einem Wort: Wir können alles gebrauchen, oder in Brauchbares umwandeln. Die von der lieben Tante besorgte Babyausstattung ist sehr praktisch und wunderschön und erweckte ganz besonders bei Mutter und Kind große Freude. Als Helene das Häubchen aufbekam und wir zu ihr sagten: "Ach was ist das Kind so stolz", ging sie von einem zum andern, stellte gar hochmütig das Köpfchen und wollte bewundert sein. Onkel und Tante gab sie dann auf dem Bild einen Kuß. - - Und nun Ihr lieben guten Menschen, wie können, wie sollen wir Euch danken? Es gibt nicht Worte, um all die herzlichen Gefühle der Dankbarkeit auszudrücken für solch reiches Geschenk, mehr aber noch für die Liebe , die es dargebracht hat. Möge Euch die Ver- sicherung eine Herzenfreude, eine erhebend Genugtuung sein, daß Ihr unglücklichen Menschen, die ihren größten Stolz - ihr Vaterland - in Trümmer gehen sahen, die mit einem Herzen voll Heimatliebe erfüllt sind, die mit hartem, zähen Willen stark bleieben wollen in der Not der Zeit, die sich nicht unterdrücken lassen wollen von dem "Fremden," von der Gemein- heit, von dem Wucher- und Schiebertum unserer Tage, die troztalledem den Glauben nicht auf- geben an die Zukunft ihres Volkes und immer wieder Hoffnung und Zuversicht hinein- tragen in Schule und Gemeinde, daß Ihr diesen Menschen am letzten Tage eines Jahres welches das traurigste, dunkelste und härteste ihres Lebens war, eine große Freude gemacht habt. Und so möge das Bewußtsein einer schöne Tat Euch glücklich machen als unser Dankesworte. Durch Eure Liebesgabe am letzten Tage eines Unglücksjahres ist dieses durch den einen Tag zu einen schönen Abschluß gebracht worden und so wünschen und hoffen wir, daß dieser eine Tag uns das Vergangene vergessen läßt und daß das neue Jahr, an dessen Schwelle wir stehen, ein besseres, ein lichtvolleres - ein Friedensjahr wird für die ganze Menschheit. ---

Elisabeth tritt eben zu mir an den Schreibtisch und nimmt von dem Briefe kenntnis. Sie beschwert sich darüber, daß ich nicht eingehender auf die Einzelheiten ein-








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