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Transcribe Page - Lenchen Berdel to Eugen Klee, November 22, 1919

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Lenchen Berdel to Eugen Klee, November 22, 1919, p. 2 and p. 3 - image of

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[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

geworden durch den schrecklichen Krieg. Doch nun, nachdem dieser überstanden, durch die Tapferkeit & Treue unserer Soldaten geschützt, daß kein einziger Schuß in dem von Feinden umringten Vaterlande fiel, nun arbeiten die Wühler & Faulpelze, die Sozialdemokraten, & lassen einem nicht zur Ruhe kommen. Jetzt ist Unfriede & Krieg im Lande und wenn nicht alle An= zeigen trügen, gehen wir einer furchtbar schweren Zeit entgegen, die an Not und Elend die Kriegsjahre bei Weitem über= treffen wird. Die Rationen in Brot tgl. 200gr) Kartoffeln tg. 4/5 Pfund = cir. 6 Stk.) etc etc. daß sind so karg vorgeschrieben, daß es nur ein Vegetieren ist. Dabei ist Ersteres mit Kohlrabi, Kastanien & weiterem Undiffinier= barem gemischt, daß der Bäcker in Friedens= zeiten mit diesem Gepansche unbarmherzig

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

in Nummer Sicher gewandert wäre. Und trotzdem bitten wir imbrünstig "unser tgl Brot gieb uns heute", mehr denn je. Wurstwaren giebt es garkeine (d.h. jetzt im Saarbebiet!) Fleisch alle 3-4 Wch. pr Perso[n] 160 gr. Alles andere, was unbedingt zum Leben gehört nur in ganz kleinen Mengen gegen Lebensmittelscheine. In 14 Tg. 1 Ei etc. In Scheunen & Kellern der fleißigen Selbstver= sorger, die sich im Schweiße ihres Angesichtes für den Winterkeller sorgen, stiehlt man das Schönste & Beste und das Erübrigte wird soeben durch Gensdarmerie an Ort & Stelle besichtigt, wehe dem, der zu viel oder versteckt hat. Alles wird ge= sammelt und an die Müßiggänger & Schreier verteilt, die sich das Reich durch seine oft übergroßen Kriegsunterstützungen selbst gezogen hat. Die Arbeitsscheuen müßten ernährt werden & die Fleißigen verlachte


[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

geworden durch schrecklichen Krieg. Doch nun, nachdem dieser überstanden, durch die Tapferkeit & Treue unserer Soldaten geschützt, daß kein einziger Schuß in dem von Feinden umringten Vaterlande fiel nun arbeiten die Wühler & Faulpelze, die Sozialdemokraten, & lassen einen nicht zur Ruhe kommen. Jetzt ist Unfriede & Krieg im Lande und wenn nicht alle An= zeigen trügen, gehen wir einer furchtbar schweren Zeit entgegen, die an Not und Elen die Kriegsjahre bei Weitem über= treffen wird. Die Rationen in Brot tgl. 200gr) Kartoffeln tg. 4/5 lb. = cir. 6 Stk.) &c. &c. [footnote: lb. stands for "Pfund".] daß sind so karg vorgeschrieben, daß es nur ein Vegetieren ist dabei ist Ersteres mit Kohlrabi, Kastanien & weiterem Undiffinier= bare gemischt, daß der Bäcker in Friedens= zeiten mit diesem Gepansche unbarmherzig

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

in Nummer Sicher gewandert wäre. Und trotzdem bitten wir inbrünstig "unser tgl Brot gieb uns heute", mehr denn je. Wurstwaren gibt es garkeine (d.h. jetzt im Saargebiet) Fleisch alle 3-4 Wch. pr Person 160 gr. Alles andere, was unbedingt zum Leben gehört nur in ganz kleinen Mengen gegen Lebensmittelscheine. In 14 Tg. 1 Ei &c. In Scheunen & Kellern der fleißigen Selbstver= sorger, die sich im Schweiße ihres Angesichtes für den Winterkeller sorgen, stiehlt man das Schönste & Beste und das Erübrigte wird soeben durch Gensdarmerie an Ort & Stelle besichtigt, wehe dem, der zu viel oder versteckt hat. Alles wird ge= sammelt und an die Müßiggänger & Schreier verteilt, die sich das Reich durch seine oft übergroßen Kriegsunterstützung selbst gezogen hat. Die Arbeitsscheuen müßten ernährt werden & die Fleißigen verlachte


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[footnote: lb. stands for "Pfund"]

[footnote: the symbol for &c./etc. can be seen at https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Et_cetera_r_rotunda.svg ]

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