Wilhelm and Caroline Emmel to Karl Emmel, April 28, 1938, p. 3 - image of
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Ich gab Heinrich 40 Mk u denke, daß es genug ist zumal Du schriebst
er hätte von uns aus was zu erwarten. Karl, ob wir in Zukunft
noch so was machen können u sollen, ist schwer zu urteilen. Wir sind
der Meinung da wir an greifbaren Geld nicht zu viel haben
in Zukunft davon abzusehen, daß wir so etwas nicht mehr machen
können u wollen. Unsere Hypothek wollen wir weiter ruhen laßen.
Da die Schuldner bis zum 1 Juli 1939 Ausstand haben. Nur durch 1/4 jährige
Kündigung u eines Antrages bei dem Amtsgericht: daß ein Hinausschieben
bis zum 1 Juli 39 unterbleibt, kann man mit Erfolg rechnen, sagt unser
Rechtsanwalt. Der Ausstand kann unter Umständen wie die wirtschaftlichen
Verhältnisse liegen, oder Knappheit am Geldmarkte sein sollte verlängert
werden, das wüßte heute noch niemand. Gesetzt der Fall, wir bekämen
heute das Geld, so könnten wir gar nichts mit demselben anfangen oder
unternehmen, müßten aber sehen es wieder anderweitig unterzubringen
Vorläufig wollen wir mit dem was wir haben u bekommen durch
die Zinsen, einteilen, daß wir auskommen. Sollte es wahr werden
was wir nicht hoffen [insertion:] wollen [/insertion], daß Ihr uns Geld schicken müßtet, dann bekommen
wir nicht mehr wie 2,40 - 2,50 für den Dollar. Auch Unterstützungen werden
nicht höher bewertet, es sei denn, daß der Empfänger rein nichts
mehr hat, oder auf die Wohlfahrt angewiesen ist. Heute wird erst
alles geprüft u untersucht. Wie Du schriebst ist das Wetter bei Euch
nicht besser, als auch hierzulande. Der März war zu schön da wurde
gesät, Kartoffeln gesetzt, daß in der erste Hälfte v. April die bereits
aufgegangen waren wieder erfroren sind. Der ganze April ist bis jetzt
kalt u jeden Nacht Frost bis zu 7 Grad, so daß das Frühobst das in Blüte
war vernichtet ist. So will ich meine Unterhaltung abbrechen, denke daß
Mutter noch weiter plaudert u grüße Euch alle recht herzlich auf Wiederhören
[line illegible]
