Wilhelm and Caroline Emmel to Karl Emmel, April 28, 1938, p. 2 - image of
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mit Blumenrabatten u Rosen ohne Einzäunung angelegt. Der Stifter
der Brunnenanlage war ein Wi Deutschamerikaner gebürtigt in Wiesb. Am
Abend werden die 6 Fontänen von unten elekt. Beleuchtet was bei Dunkel=
heit großartig aussieht. In Washington haben wir solche Anlage auch gesehen
u. bewundert, dorten sind diese noch Größer, deßhalb ist der Anblick viel
stärker u mächtiger. Vor dem Kurhaus ist die Anlage auch vollständig er=
neuert, die alten Zäune sind ganz entfernt. Obere Kolonnade nach der Sonnen=
bergerstr ist zur Wandelhalle mit Trinkhalle [insertion:] Wasser [/insertion] aus dem Kochbrunnen geleitet
umgebaut. Das Gelände vor [insertion:] dem [/insertion] früheren Paulinenschlößchen, ob die Benennung
heute noch [insertion:] richtig [/insertion] ist weiß ich nicht, links der Sonnenbergerstr, das ziemlich schräg
abfällt, ist fast vollständig frei von Bäumen. Dafür mit aller
Art Blumen angepflanzt, die jetzt im Monat Mai mit ihrer Pracht
zu Geltung kommen. Oben das Schlößchen das zirka 50 Meter [insertion:] höher [/insertion] zur
Straße liegt, ist heute von unten vollständig zu sehen. Karl lade
Dich u Deine liebe Frau ein zur Besichtigung, kannst es Dir mal überlegen.
Gestern Nachmittag nahm ich Gelegenheit Heinrich Reithmann u dessen
Familie zu besuchen um das Gewünschte abzugeben. Wie gewöhnlich
findet man bei solchen Spenden frohe Gesichter u. das war auch hier der Fall.
Heinrich schustert noch u. der Junge Dein Pate ist auch dabei sein Nachfolger
zu werden. Der Junge ist nicht so stark, an Figur u Aussehen gleicht er
seiner Mutter, dann folgt ein 13 jähriges gesundes starkes Mädchen, u
Schluß macht ein 10 jähriger Junge der viel dem Heinrich gleicht. Nach halb=
stündiger Unterhaltung gab mir [insertion:] wurde [/insertion] mir sein ganzes Wissen kund, worauf ich nur
antwortete, daß Du auch ganz [plat?] gewesen seiest von seinem Briefe u Zweifel
hegest von seiner Mitgliedschaft zur Freikirche. Vorsichtshalber suchte ich meinen
Besuch so kurz wie möglich zu machen, was in solchen Fällen das Beste ist.
