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Wiesbaden, 22. 7. 27.
Lieber Karl!
Deinen lieben Brief vom 4. 7. haben wir erhalten, u. danken Dir auch recht herzlich dafür. Unterdessen wirst Du auch unsere Karte von Kölln aus erhalten haben, u. daraus gesehen haben, daß wir jetzt unsere Pässe u. alles in Ord= nung haben. Am 20. fuhren wir morgens 3,3 Uhr von hier ab u. waren schon 6,10 Uhr in Kölln, allerdings fuhren wir D. Zug. Um 8 waren wir am Consulat, um 3/4 9 ließen sie uns herein u. dann ging der Climbim los. Schön war es nicht, doch ging für uns alles glatt von statten. Allerdings verließen auch wir um 1 Uhr das Consulat noch ohne die Pässe, doch war alles er= ledigt u. Vater konnte sie um 1/2 3 Uhr allein abholen. Der Bahnhof liegt gerade am Dom u. so konnten wir auch einmal den berühmten Köllner Dom sehen. Er ist auch wirklich eine Sehenswürdigkeit. Dagegen ist der Mainzer nichts. Sonst haben wir in Kölln nichts gesehen. Mittags um 1/2 5 fuhren wir wieder zurück. Diese Fahrt war ja einzig schön. Denn den Rhein hatte ich soweit noch nicht gesehen, ich bin noch nie weiter als Rüdesheim gekommen. Es ist ja leider so, wir wohnen am schönen Rhein schon 30 Jahre, u. haben noch nicht viel davon gesehen, u. wenn wir nicht nach Kölln ge= mußt hätten, so hätte ich überhaupt keine Gelegenheit gehabt
