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Wiesbaden, d. 6. 7. 27.
Lieber Karl!
Deinen lieben Brief vom 21. 6. haben wir dieser Tage er=
halten u. daraus gesehen daß es Euch noch gut geht u.
vor allen Dingen Willys Auge soweit wieder gut ist.
Was hätte es geben können, wenn er den richtigen Arzt
nicht gefunden hätte. Doch nun hat ihn der liebe Gott wieder
gnädig behütet. Ich hatte mir schon gedacht daß es keine Klei=
nigkeit mi dem Auge war, sonst hätte er nicht nach
Chicar Chicago gebraucht. Hier war bis jetzt noch kein richtiger
Sommer. Gestern war es ja wieder einmal ganz schön
warm. Vater ist noch in seiner Bauarbeit, welche nun
auch mit diesem Monat beendet wird. Er macht die
Arbeit in der Werkstatt fertig u. Staudt schlägt im
Bau an. Die Frau Staudt ist nun vorige Woche gestorben.
Sie war erst 43 Jahre alt, jetzt steht er wieder allein
da, das ist für ihn nicht so leicht. Jetzt eine große Neuig=
keit. Am 20 Juli gehen wir nach Kölln. Seid [sic] Sonntag
haben wir die Aufforderung dazu. Hoffentlich haben
wir auch dort Glück. Wie daß alles so rasch gekom=
men ist erzählen wir Euch einmal wenn wir drüben
sind. Hier weiß noch niemand bis jetzt davon. Es war
uns Gelegenheit geboten durch Vermittelung eines
andern mit einem Herrn vom Consulat bekannt zu=
werden u. dieser konnte uns in der Sache nützlich sein.
