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Wiesbaden, d. 17. 6. 27.
Lieber Karl!
Deinen lieben Brief vom 26. 5. haben wir erhalten, u. danken Dir auch recht herzlich dafür. Es freut uns alle, daß es Dir in Deinem Beruf gut geht. Dann ist doch Dein Lernen in Frankfurt nicht vergebens gewesen. Die Bezahlung ist doch auch gut. Denke nur wie es hier ist, hier erhalten junge Ingeniere [sic] 180 Mrk. wenn sie wirklich Stellung be= kommen. Für Dich wäre es hier gerade noch so schlecht wie vor 2 Jahren. In Deinem vorletzten Brief schriebst Du, was August Martin in Frankfurt mache, es geht ihm soweit noch gut, nur der Gehalt wird weniger statt mehr. Die kaufmännischen Angestellten werden immer herunter ge= setzt, August hätte schon [andem?] 300 Mrk. monatlich gehabt u. jetzt ist er auf 180 herunter gesetzt worden. Die Geschäfte haben jetzt auch zu vielem Maschinen auch auf den Büros da werden die Menschen überflüssig. Auch schließen sich die Geschäfte zu großen Konzerns zusammen u. schreiben dann vor wie viel Gehalt nur ausgegeben werden darf. August hat nun ein Mädchen von Isenburg, er sagt nun an heiraten dürfte er noch nicht denken da er eines schönen Tages abge= baut werden könnte. Martin Schmidt von Steeden ist noch in Runkel auf der Landesbank, dort könnte er solange sein wie Arbeit für ihn sei. Durch H. Alt kam er doch damals von Frankfurt hinweg. Hatte ich Dir schon geschrieben,? daß
