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Wiesbaden, d. 12. 5. 27.
Lieber Karl!
Dein Brief vom 26. 4. ist gut angekommen, auch unsern
herzlichen Dank dafür. Du weißt, daß wir uns immer
freuen, wenn wir etwas von Dir erhalten. Bei uns
geht es so weit noch gut. Vater bekommt wieder Arbeit
an der Kiedricherstr. sind wieder 14 Häuser soweit, daß
die Schreinerarbeit vergeben wurde. Die Genossenschaft hat
4 Häuser bekommen. In dem andern Bau sind sie fertig
bis auf die Fußleisten. Da ist es gut, daß das andere
jetzt kommt. Herrmann hat bis Oktober ausgelernt.
Wenn so Arbeit ist hat Vater ja auch etwas von ihm.
Groß ist er nicht geworden, aber ein sehr ordentlicher
Junge. Vater wünscht sich ihn ja, mehr lebhaft u. mun=
ter. Vater u. Stadt wirken als immer noch zusammen.
Die Frau Staudt ist schon über 1 Jahr krank an Krebs.
Das ist eine ganz furchtbare Krankheit. Jetzt liegt sie
ja immer u. es wird bald zu Ende gehen. Darüber ist
Staudt ganz mit seinen Nerven herunter, daß er auf
der Maschine an der Arbeit fast nichts machen kann.
Da ihn sein Gedächtnis manchmal verläßt. Die letzte
Arbeit hat Vater auch für ihn auf der Maschine ge=
macht. So ist über all etwas, da sieht man so recht was
die Erde für ein Jammertal ist. H. Glaser hat einen
Prokuristen u. 5 andere auf dem Büro, er sagt ja, das
