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Ernst u. Schadecker Otto haben bei uns geschlafen. Ernst
läßt Euch auch grüßen er ist ganz munter. Wir sind
froh daß alles herum ist. Der Sonntag hatte sich mit
dem Wetter nicht gut angelassen. Es regnete von Morgen
bis Abends an einer Tour. Dieser Tage lasen wir im Blatt
von der furchtbaren Überschwemmung des Missisippi [sic], das
muß ja sehr schlimm sein für die Leute welche durch die
Dammsprengung um ihre Existenz u. alles gekommen sind.
Hier ist auch überall Hochwasser u. Überschwemmung. Durch
das viele Regnen können die Landleute nicht voran kom=
men, die Kartoffel sind noch nicht gesetzt. Johanna ist ver=
reist. Gestern am Sonntag fuhr sie zum Besuch ihrer
Pensionsfreundinnen nach Ludwigshafen u. Umgebung
Wir denken daß sie heute Abend wieder kommt. Vater
geht es noch gut, hat auch noch einen guten Schlaf, dieser
dauert, weil Du es gern wissen willst, von Abends
9, 1/2 10 Uhr bis Morgens halb 7. Die letzte Zeit hatte er
ganz schön Beschäftigung, das war für ihn gut u. auch
für uns. Meine Zähne sind ja in Ordnung, doch manch=
mal möchte ich sie herausnehmen u. weg werfen, es
ist immer Ersatz, meine eigenen waren mir viel lieber.
Vater seine Zähne lösen sich von dem Knochen u. hängen
nur noch im Fleisch, hauptsächlich im Unterkiefer, da
muß auch noch etwas geschehen. Wie gefallen denn Dir
Deine Neuen sind sie besser als die Alten? [Stiofs?] Wilhelm
fährt erst am 26 Mai nicht April.
