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Wiesbaden, d. 2. Mai 1927.
Lieber Karl!
Deinen lieben Brief vom 13. 4. haben wir erhalten, auch
die 5 $ sind gut angekommen. Damit wir bald wieder
etwas von Dir erhalten, will ich ihn gleich beantworten.
Die Schreibfaulheit muß drüben in der Luft liegen,
gibt nur acht damit Du sie nicht auch bekommst, bis
jetzt sind wir mit Dir ja noch zufrieden. Daß es
immer einmal Tage gibt wo man nicht gern schreibt
kann ich verstehen es geht mir auch so. Hier bei uns ist
noch alles soweit gut. Vorigen Sonntag hatten wir
hier daß langbesprochene Sängerfest. Die Steedener,
Allendorfer u. Frankfurter waren hier. Im Civilkasino
in der Friedrichstr. war Morgens um 10 Eröffnung der Bezirks=
tagung der Synode welche auch in den Tagen hier war, u. abends
8 Uhr war dann das Conzert. H. Nickel hat den Messen=
chor dirigiert. Er hatte von Leipzig noch 3 musikstudierende
Amerikaner mitgebracht, wovon einer Solo sang, einer
spielte Cello u. ein anderer Klavier. So war für Abwechslung
gesorgt, auch war es gut besucht, da es keinen Eintritt
kostete. Ich hatte ja an dem Tage genug zu tun, mit
den vielen Gästen. Das Essen Mittags gab es für Gäste
u. Sänger gleich dort im Kasino. Zum Kaffe [sic] hatten wir
ungefähr 30 Personen u. zum Nachtessen über 20. Steedener
