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Emma Hilgard (von Xylander) to Henry Villard, February 12, 1871

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Author

Emma Hilgard (von Xylander)

Recipient

Henry Villard

Date

February 12, 1871

Origin

München, Bavaria

Description

Letter from Emma Hilgard von Xylander to her brother, Henry Villard, February 12, 1871.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcription under review

Source

Henry Villard Papers, MS Am 1322

Collection

Henry Villard Family Letters

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Emma Hilgard (von Xylander) to Henry Villard, February 12, 1871.” Henry Villard Papers, MS Am 1322, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/594

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

München d. 12/2. 71.

Lieber Heinrich!

Ich denke Du hast die, bei dieser Kälte wohl doppelt unangenehme Seereise nun glücklich hinter Dir, - und ruhst Dich von den Plagen der letzten Wochen nun gemächlich in den Armen der Gattin, - umgeben von Deinen Kindern aus; Ich hoffe mein letzter Brief traf Dich noch in [roman:] Hamburg [/roman] an, - ich gab ihn wenigstens noch einen Tag früher auf, - als an dem mir von Dir festgesetzten Termin. - Inzwischen hat Dir Tante geschrieben, - und das Wesentliche aus unsrem Leben mitgetheilt, so wie auch daß R. bereits am 24ten Januar wieder in seine schöne, interessante Stellung nach [roman:] Versailles [/roman] zurück gekehrt war. - Seitdem nun hat, wie Du gewiß auch hocherfreut gelesen haben wirst [roman:] Paris [/roman] capitulirt, - u. die Hoffnung daß dem 3 wöchentlichen Waffenstillstande ein dauernder Friede folgen werde, - gewinnt immer festere Basis. - Robert ist sehr wohlauf sein letzter Brief ist vom 6ten [?] dhs [/?]; er war sehr beschäftigt, - besuchte täglich ein oder das andere [insertion:] der [/insertion], - und von Deutschen besetzten Forts, -

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

u. hegt er auch die bestimmte Überzeugung, daß der Friede binnen kurzer Zeit erfolgen werde, - u. glaubt daß sich die Hauptquartiere im Laufe des März auflösen u. er schon endlich heimkehren kann. - Doch ich denke, er wird Dir das bald selbst sagen, - ich habe ihm Deine Adresse geschickt u. hat er mir versichert, daß er Dir im Laufe des [roman:] Februar [/roman] ausführlich schreiben werde. -

Daß wir, hier, neu aufleben seitdem Aussichten auf die Rückkehr unsrer Armee, kannst Du Dir denken, - u. ich kann derselben um so freudiger entgegen sehen, - da die vielfachen militairischen Änderungen [insertion:] die bevorstehen [/insertion], - uns, wenigstens stabil hier laßen, denn seit 2 Tagen ist Robert zum Referenten im Kriegs - Ministerium ernannt, - eine schöne einflußreiche Stellung, - die allerdings sehr viel Fleiß u. Arbeitskraft erheischt, - aber im Übrigen nichts zu wünschen übrig läßt, - u. den Hr. Gemahl im Gefolge des Minister 's im Laufe der Zeit wohl öfter nach [roman:] Berlin [/roman] führen wird. - Was die Familie anbetrifft, - so ist vor Allem Tante ganz wohlauf, - geht nur wenig aus ihrem kleinen Daheim, da die gar nicht nachlaßen wollende Kälte sie zurück schreckt doch besucht sie allwöchentlich ein oder die andre Kafee=

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

gesellschaft, - u. tröstet sich allmählig über [roman:] Pollchen's [/roman] Verlust, dessen Schlaganfall ihn wohl vor längren Leiden die bei seinem schon etwas vorgerückten Alter doch allmählig gekommen wären, bewahrt hat, - allerdings ist es aber nun noch stiller bei ihr geworden. -

[roman:] Heinrich Xylander [/roman], ist gestern wieder zur Armee abgereist, trotzdem seine Hand noch geschwollen war; er fürchtet aber sonst um den, - doch wahrscheinlichen Einzug der Deutschen in [roman:] Paris [/roman] zu kommen, - u. so ließ er sich denn nicht mehr zurückhalten. - Die kleine [roman:] Resi [/roman] ist gar nett, - ein geschicktes aufgewecktes Kind, - u. soll denk' ich eine Spielgefährtin Deiner Helene geben; daran wird es überhaupt im Sommer nicht fehlen, da ja Oscar hierher versetzt werde, - u. [strikethrough:] G [/strikethrough] [roman:] Auguste [/roman] mit ihren 4 Trabanten, - im Laufe des April hierher übersiedeln wird. - Ich denke, wenn sich auch die Rückkehr der Armee hinauszieht, länger als Mai werden sie nicht ausbleiben, u. wirst Du dann alle Brüder [roman:] Xylander [/roman] hier vereinigt finden. - Von der Familie Heintz soll ich Dir viel Schönes sagen, ebenso von [roman:] Bauer, Ardlböss [/roman], der inzwischen recht leidend war, - u. [roman:] Cara Schulze [/roman] die auf 3 Wochen von [roman:] Frankfurt [/roman] hierher zum Besuche gekommen ist, - u. sich recht ärgerte daß Du mehrere Tage in [roman:] Frankfurt [/roman] warst ohne sie aufzu=

[page 4 (sheet 2, left-hand side):]

suchen, - sie scheinen ein zwar zurückgezogenes aber sehr angenehmes Leben dort zu führen. -

[roman:] Marie Hanauer [/roman], - hat nun endlich zu Tante u. mir den Weg gefunden, - doch traf sie mich nicht zu Hause. - Die letzten 14 Tage, hatten mir wieder viel Zahnweh gebracht, u. da ich einsah daß es nur Ruhe giebt wenn der Störenfried entfernt wird, - so entschloß ich mich endlich zu der gefürchteten Operation u. zwar [underline:] ohne [/underline] Chloroform, - u. ging die Sache sehr rasch u. gut von Statten, - u. fühle ich mich nun frei von Schmerzen wie neugeboren. -

[roman:] Hauptmann Helvig [/roman] Von dem Du oft reden hörtest da er so krank war, - ist nun seit 14 Tagen hier, - leidet zwar noch an den Folgen des Gelenk Rheumatismus, kann aber wenigstens ausfahren, u. Besuche bei sich sehen; u. da er bis zum 11 Dez. alle Schlachten mitgemacht hat, - konnte er mir viel u. Interessantes erzählen, - u. habe ich nun eine ganz andre, richtigere Anschauung der Dinge bekommen. - Mein Freund [roman:] Trentini [/roman] von dem Du auch viel sprechen hörtest, - war bis jetzt Kriegsgefangener in [roman:] Orleans [/roman] aber Dank dem Waffenstillstand, wird er nun ausgelöst u. kehrt zum I Corps vor [roman:] Paris [/roman] zurück, - man hatte ihn inzwischen [insertion:] hier [/insertion] zum Bräutigam einer Französin gestempelt, - was er aber in seinem letzten Brief nach Hause, als vollkommen

[page 5 (sheet 3):]

unwahr widerlegt, er habe nie vergeßen, daß er in Feindes= land u. Deutscher Soldat sei, - u. der Krieg habe ihm wieder recht gezeigt wie gut es sei wenn der Soldat ledigen Standes. - Ich weiß nicht ob Du Dich erinnerst, daß ich Dir hier gesagt daß einer seiner Brüder [roman:] Emil v. Trentini [/roman] sein Glück in [roman:] Amerika [/roman] [strikethrough:] als [/strikethrough] sucht; derselbe hatte sich nach [roman:] New - York [/roman] gewandt aber dort nicht reussirt, und schrieb er seiner Familie er sei auf gut Glück nach [roman:] Boston [/roman], - da man ihm gerathen dort sich eine Beschäftigung zu suchen; er ist sehr braver Eltern Kind, sein Vater war Major, - u. soll er selbst ein netter, talentvoller Mensch ein; seine alte Mutter die schon viel Kummer um ihn gehabt, - u. von mir gehört hatte, daß Du in [roman:] B. [/roman] lebst, - bat mich um Deine Adresse, - die ich [strikethrough:] der [/strikethrough] ihr natürlich nicht versagen konnte; im Falle und der junge Mann Dich aufsucht, u. Du willst u. kannst etwas für ihn thun, wäre ich Dir sehr dankbar, - es genügt ja oft eine Empfehlung, - um das Glück eines Menschen zu begründen, u. Du weißt ja wohl aus Erfahrung wie hart es ist mit wenig Mittel u. Bekannt= schaften in Amerika weiter zu kommen - u. Du würdest Dir durch Deine Güte den Dank einer ganzen in letzter Zeit vielfach heimgesuchten Familie ärndten. -

[page 6:]

Von Richard hören wir selten, - seine Aussichten nach Straßburg zu kommen gewinnen an Festigkeit, - Doch wird Dir dahin keine Ernennung erst nach dem Friedensschluße erfolgen. - Aus der Pfalz hören wir so recht gar nichts; ich werde dieser Tage nach [roman:] Wachenheim [/roman] schreiben. -

Wir hoffen sehr bald von Dir zu hören, daß Du glücklich im Kreise Deiner Lieben ankamst, - u. daß Deine Gesundheit unter der Seereise nicht zu sehr litt, - was sagt Fanny zu dem schwarzseiden Kleid? [roman:] Helène [/roman] zu der Riesenpuppe? u. vor Allem wie geht es Fanny? Hat das Wiedersehen sie entschädigt für die ausgestandenen Leiden?

Unsre Gedanken fliegen natürlich viel zu Euch über's Meer, - u. wir können nur bedauern, daß Du die vom 2ten [dhs?] hier stattgehabten wirklich brillanten Festlichkeiten zur Feier der Capitulation nicht mit angesehen hast, - die Beleuchtung war wirklich brillant, u. Du hättest doch einmal einen bischen großartigren Begriff von [roman:] München [/roman] bekommen; ich sah mir dieselbe zu [strikethrough:] Waggen [/strikethrough] Wagen mit Tante an, - denn die Straßen waren ob der Menschenmassen ungangbar. - Doch nun Adieu für heute Ihr lieben Geschwister, - laßt bald von Euch hören, - das nächste Mal wird Tante schreiben. -

Auch an [roman:] Mr. Frank [/roman] alles Schöne; Dir u den Nichten u. Neffen, - herzlichen Gruß von Eurer Emma. -


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