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Amalia Haas to Eugen Klee, July 10, 1899

Amalia Haas to Eugen Klee, July 10, 1899, p. 1
Amalia Haas to Eugen Klee, July 10, 1899, p. 2
Amalia Haas to Eugen Klee, July 10, 1899, p. 3
Amalia Haas to Eugen Klee, July 10, 1899, p. 4

Author

Amalia Klee (Haas)

Recipient

Eugen Klee

Date

July 10, 1899

Origin

Callbach, Pfalz

Description

Letter from Amalia Haas to Eugen Klee, July 10, 1899. Amalia Haas was the sister of Eugen Klee, and the wife of Heinrich Haas.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, untranscribed

Source

Eugen Klee Papers

Collection

Eugen Klee Papers (HSP)

Repository

Historical Society of Pennsylvania

Citation

“Amalia Haas to Eugen Klee, July 10, 1899.” Eugen Klee Papers, Historical Society of Pennsylvania, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1938

Original text

Callbach, den 10. Juli 1899

Lieber Schwager Eugen!

Die von Dir geschickten Lieder sind unversehrt bei uns angekommen. Ich habe mich über Deine Aufmerksamkeit recht gefreut und danke Dir vielmals. Es sind lauter auserlesene Sachen, manche sind wunderhübsch und dabei doch leicht. "Die Königskinder" habe ich diesen Vorsommer singen können und war entschlossen, es zu bestellen, nun bist Du aber mir vorgekommen. Recht fleißig habe ich die einzelnen Lieder schon für mich durch= studiert und eine Auslese getroffen, was ich den kommenden Winter für das Konzert üben will. Der hiesige Gesangverein ist ein guter Verein, der über sehr gutes Stimmatererial verfügt, besonders sind I. Tenor und II. Baß vorzüglich. Unter der Leitung meines Vorgängers

[page 2] hat der Verein sich sehr gehoben. Die Chöre: "Waldabend= schein" von Abt, welchen ich Dir, falls Du ihn nicht kennen solltest, sehr empfehle, - "Die Meiennacht" von Abt, "Der Studenten Nachgesang", "Hab Di a mal bloß gsehen" von Koschat [FOOTNOTE: https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Koschat], das waren die Haupt=No des letzten Konzertes. Diese Lieder sind tadellos gesungen worden. Hieraus kannst Du entnehmen, daß mit dem Hiesigen Verein etwas anzufangen ist. - Doch jetzt zu Dir, mein Lieber. Wie wir ja aus Deinem letzten Schreiben ersehen haben, bist Du wohlauf und trägst Dich mit dem Gedanken, mit einem Deiner Vereine wieder in den Wett= kampf zu treten und vielleicht gar um den Kaiserpreis zu streiten? Besten Erfolg wünschen wir von ganzem Herzen. Jedenfalls werden bei Dir jetzt auch einige Wochen der Ruhe und Erholung eintreten. Wie glücklich wären wir, wenn Du diese Wochen bei uns in unserem hübschen Heim verleben könn= test. Wir hoffen, daß diese Zeit nicht mehr so Fern sein

[page 3] möge. Vor wenigen Tagen erhielten wir an einem Sonntagnachmittage unerwartet einen Besuch von Frau Lenchen Chedron und dem jungen Brautpaare aus Otter= berg. Wahrscheinlich wird Ende dieses Monats die Hochzeit stattfinden. Berdel hat das Geschäft von Bürgermeister [roman:]Meyer[/roman] gekauft. Haus um 10000 M.

[page 3, author #2:] Lieber Eugen! Auch ich will Dir ein wenig er= zählen von meinem lieben Heim, sowie von H. u. Eug. In unsren schönen Räumen, Zimmer an Zimmer im Rundgang sind an allen zwei Türen angebracht. Ach! und nur drei Leute, die diese herrlichen Räume bewohnen. Wenn mich jetzt womöglich Leute be= neiden, so, finde ich dies ganz in seiner Ordnung; denn ich lebe im reinsten Paradies. Kein ach und kein.t weh. H. ist außerordentlich strebsam in seinem neuen Amt & sein Weib & Kind, sowie sein Haus sind ihm alles. Fleißig arbeitet er mit Eug. dieser hat gute Anlagen u. Arbeit genug für so nen Knirps. Eugen ist sehr gutmütig; Furcht hat er gar keine und weis sich schon zu helfen, wenn die Not anrückt. Humor & Freude erfrischen ihn stets. Vorige Woche träumte er Nachts von Dir, er wäre zu Dir gereist, da wärest Du so froh gewesen mit ihm. Am folgenden

[page 4] [page 4, author #2:] Morgen erzählte er mirs gleich. Die schönen Lieder, die Du schick= test, haben Heinrich sehr erfreut, frisch u. heiter ist sein Gemüt u. mit gehobenem Mut erhebt sich das Herz u. die Gesund= heit, von der ich nur das Beste eben berichten kann. Gott lob! Ich wirtschafte im Hause - alles eine Freude. Besonders Donnerstags- Nachmittags; wenn meine Haushaltung so niedlich geordnet ist, da strahlt mein Gemüt. Gerade an solch schönem Sonntag spiel= te mein Heinrich Piano, Eugen malte u. ich wandelte im Hauspark 16 schöne hohe Bäume [insertion:]sind darinnen[/insertion]) und pflückte eine schöne weiße Rose, welche ich an meinem hellen Sommerkleid am Busen feststeckte; dann begab ich mich von da in meinen Ge= müsegarten, etwas weiter entfernt vom Hause. Plötzlich hörte ich die Rufe: Malchen!!! u. lachen! ich schaute mich um, da wandelten die drei Otterbergier auf mich zu (das Brautpaar mit Mütterchen. Große Augen machten sie, lobten alles, beson= ders unser gutes Aussehen und wie ich so herrlich wohne!! Das hatte man sich nicht dacht. Als Haus und Gärten sowie unsere Flur Acker u. Wiesen eingesehen war, gingen wir samt unserm Scholli in die Gartenwirtschaft Bernhart, wo alles besetzt war u. für uns noch ein Tisch besorgt wurde. Hier will ich abbrechen, denn wir stoßen auf Dein Wohl an u. denken Du befindest Dich ebenfalls unter einer freundlichen Gesellschaft. Ist die Hitze in [roman:]Phild.[/roman] eben recht groß, so sei nur getrosten Mutes denn wie bald ist noch ein Monat herum; dann ist alles wieder anders. Geduld und Liebe zu Deinem Beruf nebst einem versehnten Gemüte helfen über jedes Hindernis.

Verzage nie! Die unsichtbare Vaterhand muß Dir oft sichtbar werden. Deine Ruhe gründe sich nie auf Menschen auf Freundschaft auf Dein günstiges Glück! - auf den Gott in Dir gründe sie stets sich! Alles kann Dir entfliehen! Dein liebendes Herz und Dein Gott nicht. Gott geht mit Dir, seinem Kinde, fürchte Dich nicht! auf jedem Punkte, wo Du stehst, ist ein Schutzengel; wo Du bist, ist ein Gott! - wo Dein Gott ist, da ist Dein Helfer! So lebe recht wohl u. sei recht innig geküßt u. gegrüßt von Heinrich, Eugen & Deiner treuen Schw. Malchen

Ringe nicht um den höchsten Preis!


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