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Amalia Haas to Eugen Klee, May 9, 1895

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Author

Amalia Klee (Haas)

Recipient

Eugen Klee

Date

May 9, 1895

Origin

Schmittweiler, Pfalz

Description

Letter from Amalia Haas to Eugen Klee, May 9, 1895. Amalia Haas was the sister of Eugen Klee, and the wife of Heinrich Haas.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, untranscribed

Source

Eugen Klee Papers

Collection

Eugen Klee Papers (HSP)

Repository

Historical Society of Pennsylvania

Citation

“Amalia Haas to Eugen Klee, May 9, 1895.” Eugen Klee Papers, Historical Society of Pennsylvania, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1918

Original text

Schmittweiler, den 9. Mai 1895

Lieber Eugen!

Deinen Brief vom 8. April haben wir er= halten u. meinen vom 8. Ap. wirst Du auch haben. Ist es Zufall, daß wie beide auf genannten Tag geschrieben haben - oder ist es Geistesverwandtschaft? Wir hielten es beide für Pflicht einander zu erfreun, in Liebe einander zu gedenken u. diesen Tag dazu zu wählen. Ich danke Dir von Herzen für die guten Nachrichten, die ich stets von Dir erhalte. Was die Mina uns geschrieben - was Herr Rödel von K. lautern [Kaiserslautern] mir mündlich sagte - und was ich nun auch von Dir über Deine glückliche Er= folge weiß, macht mich ganz glücklich - und faßt [fast] alle die Dich kennen. Ich war vom 19. bis 29. April in Otter- berg und hatte da Gelegenheit die Gesinnung so vieler kennen zu lernen. Die Familie Demetz freut sich besonders, daß es Dir so gut

geht [intertion:] u. läßt {/insertion] Dich herzlich grüßen. Verlobungen konnte ich keine erfahren - ein gewisser Herr kann sein Ziel nicht erreichen - seine Aussicht ist noch weniger geworden - alle Intrügien [Intrigen] können nichts nützen. Die Veranlassung meiner Reise war ein Verlangen der Tante Bitz. Sie hatte Heimweh nach mir, weil sie sehr krank war. Neu belebt war sie als ich zu ihr kam u. sagte: "Wie froh bin ich, daß Du bei mir bist, ich glaube aber, das es bald zu Ende mit mir geht." Ich hatte ihr dann Trost zu= gesprochen und gab ihr das Versprechen daß ich bei ihr bleibe, so lang sie es haben will. Ihr Herzleiden wurde aber immer bedenklicher und da blieb ich den Tag über bei ihr und des Nachts war eine Pflegefrau bei ihr. Die Tante Lenchen, ihr Lenchen und Mathilde kamen dann öfters um nachzu= sehen - Vetter u. Tante Heck kamen auch öfters um behilflich zu sein und sie zu trösten. Aber die Abschiedsstunde nahte - und kein

Doktor konnte mehr helfen. So vergingen die Tage bis zum 26. April morgens halb zwölf Uhr, da sah ich, daß das Ende naht und rufte alsdann Herrn Louis - und nach fünf Minuten lebte sie nicht mehr. Kurz zuvor war die Tante Lenchen noch da, ahnte aber nicht, daß sobald ihr Ende da sei -- wir wünschten ihr die ewige Ruhe. Am 28. April wurde sie alsdann mit al= len Ehren beerdigt - die Theilnahme war eine sehr große - mit Beehrung von Krän= zen und Büketten. Die Verwandten Vetter und Tante Heck, Vetter Scheuermann und Lenchen und ihr Sohn Karl, waren auch zur Beerdigung gekommen. Ich legte einen großen Perlenkranz auf ihr Grab und be= suchte dann mit den Verwandten das Grab unserer lieben Mutter. Die Tante Bitz ruht nun ganz in der Nähe unserer lieben Mutter, welche bis den 22. Mai schon zwei Jahre im kühlen Schoos [Schoß] der Erde ruht. Mögen sie beide recht sanft ruhn!

Am 29. April machte ich alsdann wieder nach Hause zu meinen Lieben. Am 1. Mai wurde Eugen in die Volksschule aufgenommen - wie mit einem Schlag hatte er die Gassen= gespiele vermindert und ist nun Schüler -- und wie ein Soldat auf seinem Pfosten. Herr Lehrer Rödel von K. lautern [Kaiserlautern] ist am 2. Mai im Alter von 55 Jahren gestorben. Sein Sohn in Amerika (einer Deiner Sänger) wird von der Trauerbot schaft auch schmerzlich berührt werden- doch standhaft den Schmerz ertragen. Herr Rödel war, als ich ihn im März besuchte, ganz in der besten Manneskraft und Niemand konnte so etwas ahnen - der Fall ist des= halb um so schmerzlicher und das allgemei= ne Beileid um so größer.- Die schöne warme Tage haben sich nun wieder eingestellt, die ich durch Spazieren= gänge in gesunder Luft benützen werde. Das Buch von Merkel habe ich nun auch endlich erhalten und übergebe es heute der L. Eugen! Deinen Brief, u. Zeitungen haben wir erhalten u. freuten und sehr damit.


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