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Amalia Haas to Eugen Klee, April 8, 1895

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Author

Amalia Klee (Haas)

Recipient

Eugen Klee

Date

April 8, 1895

Origin

Schmittweiler, Pfalz

Description

Letter from Amalia Haas to Eugen Klee, April 8, 1895. Amalia Haas was the sister of Eugen Klee, and the wife of Heinrich Haas.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, untranscribed

Source

Eugen Klee Papers

Collection

Eugen Klee Papers (HSP)

Repository

Historical Society of Pennsylvania

Citation

“Amalia Haas to Eugen Klee, April 8, 1895.” Eugen Klee Papers, Historical Society of Pennsylvania, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1917

Original text

Schmittweiler, den 8. April 1895.

Lieber Eugen!

Heute ist mein 76. Geburtstag. Nicht wie lange, sondern wie ich kommende verleben werde, dies ist nun meine Aufgabe - mein jetziges Befinden ist noch recht gut. Malchen, Heinrich u. Eugen sind auch recht gesund u. so verleben wir die Zeit auf beste Art u. Weise. Um Dir auch zu berichten was die Verwandten in Otterberg u. Blechhammer machen, unternahm ich am 21. März eine Reise über Alsenz nach K.lautern. Hier angekommen begegnete ich Herrn Berger. Er begegnete mir sehr freundlich u. gab mir beifolgendes Schreiben. [Insertion:] [durch Siegel] [/insertion] Ich besuchte sodann Herr Damian, wurde recht freundlich aufgenommen u. sagte mir Herr Inspektor sei verreist u. ohne ihn könne er kein Zeugnis ausstellen u. selbst dieser könne ohne Erlaub= nis der Regierung kein Zeugnis ausstellen. Es sei also in dieser Angelegenheit vor allen Dingen ein Gesuch an hohe Regierung zu machen. Ein guter Erfolg schien mir aber sehr zweifelhaft, weil jeder ohne Abmeldung bei der Schul= u. Militärbehörde, keine Begünstigung zu erwar= ten hat u. habe deshalb mit Vetter u. Tante Heck Abspra= che gehalten. Sie haben mir geraten, ich solle Alles sitzen lassen, da ein erwünschter Erfolg nicht statt finden werde u. vieleicht mehr bös als gut mache. Herr Lehmann wird ohne die Regierung auch nichts un= ternehmen; doch bin ich bereit Alles für Dich zu thun.

Es ist mir nichts zu viel und will hin machen u. wenn Du es haben willst, so schreibe mir nochmals darüber. Die Witterung wird jetzt immer günstiger u. be= trachte es als eine Lust= u. Pflichtreise. Auf dem Blechhammer fand ich Alles in guten Verhältnissen. Sie sind alle recht gesund, die Wirt= schaft geht recht gut u. das Wollgeschäft bringt großen Gewinn. Ich gab ihnen den Brief von Mina zu lesen u. als Andenken von Dir Deine Poto= graphie. Sie waren sehr froh darüber u. sagten mir, daß Du sie auch durch einen Brief beehrt hättest u. überreichten ihn mir zum Lesen u. Ab= schreiben. Wie freuen sie sich, daß bei Euch ein so liebevolles Verhältnis besteht, wie bei uns u. was die Hauptsache ist, daß wir Alle in guten Verhältnissen sind. Ich habe weiter vernommen, daß der Sohn des Herrn Lehrer Rödel in K.lautern aus Amerika gekommen sei und mit Dir verkehrt habe u. sein Bruder ein Sänger einer Deiner Vereinen sei. Um da mündlichen Bericht zu er= fahren besuchte ich Herrn Rödel am 22. März. Er machte die Reise nach hause um sich bei der Militärbehörde zu stellen u. da er schon einmal zurückgestellt war, hoffte er eine Entlassung zu er= langen. Er wurde aber wieder zurück gestellt u. muß k. Jahr die Musterung noch einmal mit= machen. Alle Zurückgestellten kann man ja im Notfall greifen - - es wird alles genau ge= nommen. Er sagte mir dann, daß sein Kauf= mannsgeschäft nicht den erwünschten Erfolg

gehabt habe u. daß eine große Stockung statt= finden würde. Der Bericht von Dir, lieber Eugen, war ganz überwältigend: Von der Achtung u. Beehrung, die Dir zu teil wird, könnte ich mir keinen Begriff machen u. Deine Stellung sei eine so gute, daß sich jeder glücklich preisen könnte, wenn er eine solche hätte.

Ich habe alsdann die großartige, neue Kauf= läde angesehen, die um spottbillige Preise ver= kaufen u. alle kleinere Geschäfte vernichten. Es findet sich ein Geschäft vor, das in 40 der größten Städte Deutschlands Niederlagen hat mit Millionen Einkäufe macht u. dadurch Alles so billig verkaufen kann - das Großkapital beherscht die Welt - der Mittelstand wird vernichtet. Auf dem Fruchtmark K.lautern wurden früher mehrere Tausend Centner ver= kauft u. jetzt Einhundert. Hafer 75 Cent. zu 5,89 M. Wicken 25 Cent. zu 6,29 M. Um alle Schäden zu entdecken u. verbessern erscheint eine Zeitung in Berlin von F. Lange mit dem Titel : Volksrundschau. Am Sonntag 24 M. machte ich nach herzlichem Abschied nach Otterberg u. besuchte sogleich das Grab unserer lieben Mutter. Ich fand Alles in gutem Zustand - ganz sauber von Unkraut ge= reinigt - der Gedenkstein wie ganz neu - u. von der Grabstange ein großer u. zwei kleinere Per= lenkränze. Ich sagte dann: Liebe Mutter ruhe sanft. Ich ging dann zur Tante Litz. Sie hatte schon lange Verlangen nach mir u. war sehr froh mit mir.

Bis Mai wird sie 74 Jahre alt u. ist seid meinem Besuche an Martini immer etwas unwohl. Die Tante Lenchen ist ihr sehr behilflich, besorgt das Essen u. was noch zu besorgen ist. Die Familie Cherdron ist noch recht gesund, Lenchen u. Mathilde groß gewachsen u. Philipp in einem Geschäft in Mainz. Meine Besuche bei den Familien Benedun, Wirt Krauß, Steinebrei, Sewald, Menz, Kraußebauer, Blatter u. Demetz wurden Alle freundlich aufgenommen u. beauftrag= ten mich Dir die besten Glückwünsche zu senden. Mit der Tante Litz unterhielt ich mich dann noch bestens - sie gab mir den Brief, den Du an sie geschrieben hast u. freute sich sehr, daß Du auch sie beehrt hast durch ein so gelehrtes u. doch so ver= ständliches Schreiben. Ich verabschiedete mich sodann u. reiste am 27. M. wieder zu meinen Lieben nach Schmittweiler. Der kalte Winter, der von Neujahr an über 20 Grad Kälte stieg, ist nun vorüber u. kommen warme Tage so daß man wieder Spaziergänge machen kann, und den Garten bestellen. Wir wollen recht froh miteinander sein u. Du, lieber Eugen, sei es auch mit unsern lieben Verwandten. Wir senden Dir, so wie ihnen die besten u. herzlichsten Grüße und Glückwünsche - Dein Malchen, Heinrich, Eugen u. Vater Klee

Unser Eugen ist ein lieber Bub. sein Bild wirst Du noch erhalten Hez Grüße an F. Ries & Haag & Heck.

Lieber Eugen! Nach allen Nachrichten die wir von Dir haben, sind wir alle ganz beruhigt. Wir wünschen Dir fernerhin das beste Wohlergehen. Wir sind alle gesund - bleibe Du es auch. Die herzlichsten Grüße von Deiner treuen Schwe= ster, Malchen u. Heinrich.

5.)

Post an Deine Adresse - möge es Dir recht nützlich sein. Das Buch enthält außer Kehlkopf die Wichtigkeit des Gesanges u. im 3. Abschnitt viel von der Gesundheitslehre - was mir besonders gefällt und Dir raten möge den rechten Gebrauch davon zu machen. Der Hals ist ein empfindlicher Körpertheil und deshalb ganz begreiflich alles in diesem Buche beschrieben - - viele Krankheiten kann man vermeiden. Den Empfang bescheinige mir.

Aus meinen 20sicher Jahren will ich hier etwas bemerken: Herr Lehrer Keiger war Dirigent in unserm Gesangverein und wäh= rend der Gesangsstunde hatte er sich so er= müdet und verschwitzt, daß er ganz matt wurde. Statt sich nun zu erholen ging er mit dem Verein in eine Wirtschaft um kaltes Bier zu trinken. Ich warnte Herr Keiger er möge mit mir nach Hause gehn. Der Verein war ihm aber lieber, d. h. seine Dirigentschaft und die Folge davon war, daß er die Rückenmarkkrankheit erhielt.

6.)

Seine letzten drei Jahre hatte er unter großen Schmerzen verlebt, mit vielem Schreien: Ach Gott, ach Gott! Ich nahm herzlichen Anteil an seinem Schicksal und besuchte ihn öfters - und tröstete Frau Keiger in der Entscheidungs= stunde. Die ganze Stadt trauerte um ihn, denn er war ein ganz guter Lehrer und stand in hoher Achtung.

Von meinen eigenen Verhältnissen will ich auch noch etwas bemerken:

Ich hatte in selbiger Zeit öfters Anfälle von Blaßwerden, Mattsein und Ermüdung - durch anhaltendes Sitzen und legte mich alsdann ungefähr eine Stunde ins Bett - durch diese Lage und Bettwärme wurde es jedesmal wieder gut. Vielleicht war Dein Unwohlsein ein ähnlicher Umstand - - und auf diese Art leicht zu beseitigen. Um nicht krank zu werden, beachte ich alle Gesundheitsregeln, so gut ich kann und für etwas Unwohlsein habe ich hinlänglich so geringe Hausmittelchen. Damit mein

7.)

Hals und besonders mein Kehlkopf nicht erkrankt, benütze ich ein seidenes Hals= tuch bei Tag und Nacht - und befinde mich recht gut dabei. Ich war nie ge= sunder, als jetzt und wenn es so fort geht, kann ich auch sagen: "Es ist noch nicht an dem."

Lieber Eugen! So wollen wir recht hoffnungsvoll der Zukunft entgegen sehen und nur thun was uns gut und nützlich ist und was uns Ehre macht und uns Zufrieden= heit bringt und unsere christlichen Pflichten erfüllen - die Wahrheit erkennen und das Gute zu thun.

Lieber Eugen! In Deinem Brief hattest Du bemerkt, daß der Junger - Gesangverein nach Deutschland zum Stuttgarter Gesang= fest machen will - und darüber noch nähe= res berichten. Ich werde die Gelegenheit [insertion:] benützen [/insertion], und wenns möglich ist auch Heinrich, um diesen Verein kennen zu lernen und ihm nach rech= ter Art und Weise entgegen zu kommen -

8.)

Dir und mir zur grössten Ehre.

Für heute will ich nun mein Schreiben schließen und Dich vieltausendmal grüßen - so wie die lieben Verwandten und Familien Riess und Haag.

Wir sind alle recht gesund - bleib es auch. Malchen, Heinrich und Eugen wünschen Dir alles Gute und grüßen Dich und die lieben Verwandten von Herzen.

Dein Dich ewigliebender Vater Klee

Lieber Eugen! Der Frühling ist da, die kalte Zeit ist vorüber. Unser Garten grünt sich und die Bäume blühen, überall ist neues Leben. So grün wie in der Natur, so ist es auch in meiner Brust. Ich fühle mich ganz glück= lich, weil Du gesund und kurrand bist. Schaue in Gedanken zurück zu uns und bei diesem in Gedanken rasten schöpfe neue Kraft und den Mut zu Deiner Arbeit. Wir sind alle gesund, schauen weder nach rechts noch links immer geradaus; denn selbst ist der Mann. Aber auch selbst muß die Frau sein, und zur Selbständigkeit wird auch unser Eugen erzogen. Nie von andern bedienen las= sen, was man selbst verrichten kann. Scherzhaft sagte ich dieser Tage zu Eugen, mein Herzchen; da sagte er mit bedeutungsvollem Ausdruck: Sei ruhig mit dem mein Herzchen - "ich bin Schüler." Mein lieber Heinrich und Eugen reisten nach Lauterecken u. von da nach Einöllen wo sie einige Tage weilten. Ich bitte Dich, lieber Bruder in Dei= nem nächsten Brief zu bemerken, ob Du die Bilder erhalten hast. Was macht die liebe Mina? und Kathchen. Hoffentlich sind sie noch alle wohlauf. Im Geiste bin ich öfters bei ihnen; bitte grüße die mir werte Familien Ries & Haag aufs herzlichste. Sowohl Hein= rich als auch Eugen lassen Dich und die lieben Verwandten recht herzlich grüßen. Große Freude wirßt Du mit der Photographie Eugens haben und hast ihn dadurch ganz in Deiner näh, wie wir auch Dein liebes Bild in unserer Näh haben. So sei Du recht innig gegrüßt und geküsst von Deiner Dich ewig treuliebenden Schwester Malchen.


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