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Amalia Haas to Eugen Klee, January 8, 1895

Amalia Haas to Eugen Klee, January 8, 1895, p. 1
Amalia Haas to Eugen Klee, January 8, 1895, p. 2
Amalia Haas to Eugen Klee, January 8, 1895, p. 3
Amalia Haas to Eugen Klee, January 8, 1895, p. 4

Author

Amalia Klee (Haas)

Recipient

Eugen Klee

Date

January 8, 1895

Origin

Schmittweiler, Pfalz

Description

Letter from Amalia Haas to Eugen Klee, January 8, 1895. Amalia Haas was the sister of Eugen Klee, and the wife of Heinrich Haas.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, transcription in progress

Source

Eugen Klee Papers

Collection

Eugen Klee Papers (HSP)

Repository

Historical Society of Pennsylvania

Citation

“Amalia Haas to Eugen Klee, January 8, 1895.” Eugen Klee Papers, Historical Society of Pennsylvania, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1810

Original text

Schmittweier, den 8. Januar 1895

Mein lieber Bruder Eugen!

Mit der größten Glückseligkeit und Gesundheit konnten wir alle dieses neue Jahr beginnen. Ganz besonders trug uns Dein Wohlergehen zum Frohsinn bei. O! wie überraschte uns Dein Geschenk, oder besser ausgedrückt, „Deine Liebesgabe!“ Nur so will ich es ansehen - die Worte des Empfindens darüber, vermag ich überhaupt nicht, niederzuschreiben. Ich bringe dir hierdurch meinen wärmsten Dank dar, mit der Be= merkung, daß die Liebesgabe für Eugen Deinen kleinen Paten verzinslich angelegt wird. Anbei teile Dir mit, daß wir von einer ausgewan= derten Frau namens Fett und ihrer Tochter, einer Schülerin meines Mannes 4 Dollar 16 M geschickt bekamen aus Amerika welches nebst Neujahrsgrüßen und einem Brief am ersten Neu= jahrstage wohlbehalten an unsere Adresse gelang= te. Sie wohnen in Orange. Ist dies weit von Philadelphia? Es geht beiden sehr gut, doch

kennen sie das Klima nicht gut vertragen. Sie waren
auch schon in New-york doch dorten konnten sie wegen
der Hitze nicht leben. Wie steht es damit bei dir lieber Bru-
der? Wir haben eben sehr viel Schnee; doch ist es lange
nicht so kalt wie voriges Jahr. Ich denke oft an deine
Füße und wollte Dir schon wollene Strümpfe schicken. Bitte,
schreibe mir nur ,wenn Du etwas wünschst. Wir hatten
zwischen Weihnachten und Neujahr den Vater von Heinrich
aus Einöllen zu besuch. Sie sind noch alle gesund und geht ihnen
recht gut. Er brachte schöne Geschenke mit, welche ihre Liebe
zu uns erraten liesen und uns sehr erfreuten. Lieber
Bruder! Da ich weiß, daß du immer gern von dem
kleinen Eugen hörst, so will ich dir so allerlei von
dem Kinde mittteilen. Unlängst waren Eugen-
chen und ich im Obern-Zimmer. Er ging an den (sic!)
großen Album und hatte die Bilder von Groß-
papa und Großmama aufgeschlagen. Da sagte
ich zu ihm: Eugen komm, mach das Buch zu du
siehst ja den Großpapa alle Tage. Da bekam
ich von Eugen folgende Antwort: "Den Onkel seh
ich aber nicht alle Tage und die Großmama
seh ich gar nicht mehr. Ich sah das Kind mit

[page 2]

[page 3]

seinem überlegenden Gesicht an, und war ganz
überrascht über diese Antwort. Gar manches sagt
er, worüber man sich wundern muß. An Weihnachten
bekam er einen sehr hohen schönen Christbaum.
Seine vielen Sachen befanden sich unter dem Baum.
An der Wand stand ein aufgeschlagenes Bilderbuch.
Ein Mann mit einer Orgel, wenn aufgezogen, ein
schönes Stück spielt nebst tanzendem Bärchen, das das
Geld zu heben scheint. Ein Esel mit darauf sitzenden Pelz-
nickel, Eine Katze, Post, Eisenbahn mit Mechanik, ein Schäfchen,
Schiffchen und Fische auf dem Wasser schwimmend ein sehr
schönes Spielzeug, ein Schreinerwerkzeug, eine Trompete, ein Hahn
Tafel, Griffel, ein schöner grauer Tirolerhut mit Federn (aus
Filz.) Eine wollene Gesichtskappe, ein Rutscher, ein paar Kama-
schen, ein Überzieheänlicher Rock noch manches andere.
Jetzt kommt, was ich dir gern mitteilen möchte, näm-
lich, welchen Eindruck diese Herrlichkeiten auf sein
Kindergemüt ausübte. Papa zog die Spieluhr auf,
an dem Drehorgelmann und ich machte die Licht-
chen an am Baum, dann holte Heinrich, oder besser
gesagt der selenvergnügte Papa seinen altge-
scheiten Sohn hervor. Ein Blick genügte und er

[page 4]

hatte alles gesehen, holte hocherfreut das neue
Bilderbuch und betrachtete einige Seiten, lenkte seine
Augen nochmals an dem Baum mit dem Bemerken:
ich solle die Lichter ausmachen, damit sie nicht zu
weit niederbrennen; dann betrachtete er das Bilder
buch vollständig. Der Struwwelpeter so ist der Tittel
des Bilderbuches erhielt den Vorzug. Schon am zweiten
Weihnachtstage fragte er, wann Weihnachten herum sei,
dies sagte ich ihm, und er fragte dann, ob er die Sachen am
Baum dann abmache dürfe, ich ließ ihm den Willen und
sagte ja du darfst ihn ab machen, er ist ja dein und so
machte er den großen Baum allein her und sortierte die
Sachen zum Einpacken. So prangte der herrliche Baum dies-
mal nicht über Neujahr. –
Lieber Bruder! Der Großvater ist noch immer recht
wacker; er vertreibt sich die Zeit durch Musik das
schönste, was es gibt auf der Welt, wie er oft sagt
beschäftigt sich mit seinen beiden Eugenonen (?)
Heinrich spielt sehr oft mit Vater Clavier und Violine.
Ein neues Harmonium wurde Sonntags vor Weihnachten hier
in der Kirche eingeweiht. Heinrich muss wieder einen Vortrag
halten Arbeiterverein. Tittel: Die Trunksucht. Nächsten Monat
ist vielleicht schon seine Prüfung. Er hat sehr viel immer
zu tun. Auch ich bin immer in Anspruch genommen. Seit
deines Fortseins haben wir den 3. Vikar,
letzterer ist verheiratet – haben 1 Kind.
Seit tausendmal geküßt
und gegrüßt von d(einem) tr(euen)
Malchen.


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