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Lenchen Cherdron to Eugen Klee, July 22, 1911

Lenchen Cherdron to Eugen Klee, July 22, 1911, p. 1
Lenchen Cherdron to Eugen Klee, July 22, 1911, p. 2
Lenchen Cherdron to Eugen Klee, July 22, 1911, p. 3

Author

Magdalena Bitz (Cherdron)

Recipient

Eugen Klee

Date

July 22, 1911

Origin

Otterberg, Rheinland-Pfalz

Description

Letter from Magdalena (“Lenchen”) Cherdron to Eugen Klee, July 22, 1911. “Lenchen” Cherdron was the first cousin of Eugen Klee.

Type

letter

Language

German

Tags

1910-1919, transcription under review

Source

Eugen Klee Papers

Collection

Eugen Klee Papers (HSP)

Repository

Historical Society of Pennsylvania

Citation

“Lenchen Cherdron to Eugen Klee, July 22, 1911.” Eugen Klee Papers, Historical Society of Pennsylvania, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1787

Original text

Otterberg den 22ten Juli 1911

Mein lieber Eugen!

Deine liebe Karte aus der ewigen Stadt, sowie Deinen Brief aus Venedig habe ich erhalten und beglückwünsche Dich zu Deiner herrlichen Reise, dem Traum so vieler Gebildeten und Gelehrten, du konntest ihn Dir verwirklichen, und deine schönheitsdurstige Seele wird sich vollsaugen, mitt all den Herrlichkeiten welche nur diese bevorzugte Welt, dieses Paradies der Erde, zu bieten vermag. Warst du auch schon in Genua und hast die Villa Gajone das Heim des größten Geigenkonigs Nicolo Paganinie, sowie seine berühmteste Geige der Welt die Guarnarie gesehen? Denn herrlichen Lugano See, dann den Lago maggiore die Isola bella die gerühmte Perle des Sees, dann lohne sich sehr die berühmte Villa Palla vicini bei Pegli zu sehen. Auch Nervi

Dann an die herrliche, die unvergleichliche Riviera, oder hast Du dies alles schon gesehen du Glücklicher?! Wie gerne würde ich den Flug ins gelobte Land, ins Pardies dieser Erde antreten, aber ich fürhte, dir durch mein Kommen keine Freude, nur eine Bürde zu sein, welche Dich am Wandern hindern würde. Vor zehn Jahren hätte ich es noch vermocht, aber jetzt fühle ich, daß meine Schwung lahm gelegt, das Alter sich zu sehr fühlbar macht. Allein könnte ich so weit nicht reisen, und jetzt so Mitten in der Ernte, kann ich uns keine Kraft entziehen, Dir aber, du lieber Mensch, wünsche ich alles auf dieser Erde zu schauen, was göttlich schön und erhaben ist! Wie habe ich mich gefreut hätte dich nach sieben langen Jahren einmal wieder zu sehen und zu sprechen kann ich dir nicht sagen, so möchte ich dich bitten, mir wenn möglich, einige Karten von deiner schönen Reise zu schicken, um dadurch einen Antheil daran zu haben. Deinen Lieben Neffen bei

[page 3] Dir zu haben, wird Dir eine große Freude sein, ebenso auch ihm, an deiner Seite sich all den gebotenen Herrlichkeiten zu erfreuen.


Lebe nun wohl & sei herzlichst gegrüßt von Deiner treuen Cousine Lenchen Meine lieben Töchter und Schwiegersöhne lassen ebenfalls herzlich grüßen.


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