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Joseph Altekoester to Joseph Rustemeyer, September 23, 1920

Joseph Altekoester to Joseph Rustemeyer, September 23, 1920, page 1
Joseph Altekoester to Joseph Rustemeyer, September 23, 1920, page 2
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Joseph Altekoester to Joseph Rustemeyer, September 23, 1920, page 8

Author

Joseph Altekoester

Recipient

Bernard Rustemeyer

Date

September 23, 1920

Origin

Eichel, Germany

Destination

Osage County, Missouri

Description

This letter was written by Joseph Altekoester to Joseph Rustemeyer, his former neighbor in Germany, on September 23, 1920. As Altekoester explains in the opening sentences of the letter, he was inspired to write by coming upon a letter Joseph Rustemeyer had written twenty years earlier, in 1900. Joseph Rustemeyer had died in 1910, but Altekoester was evidently unaware of this fact; the letter was presumably delivered instead to Joseph's son Bernard. A correspondence began between Altekoester and Bernard Rustemeyer, and later letters in the collection were sent directly to Bernard Rustemeyer.

Type

letter

Language

German

Tags

1920-1929, English available, transcription under review

Source

Rustemeyer Family Papers

Collection

Rustemeyer Papers

Repository

State Historical Society of Missouri

Citation

“Joseph Altekoester to Joseph Rustemeyer, September 23, 1920.” Rustemeyer Family Papers, State Historical Society of Missouri, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/17

Original text

[page 1:]

Eickel, den 23. Sept. 1920

Lieber Freund!

In den letzten Tagen fand ich deinen Brief vom 17. Febr. 1900 zwischen meinen Briefschaften mit sehr großer [Freude?] vor. Es ist mir der sehnlichste Wunsch gekommen Dir und Deiner lieben Familie mal wieder etwas von Deutschland zu berichten. Zunächst willst Du jedenfalls etwas von Deiner Nachbarfamilie Altenköster, die die Familie Rustemeier so betrauert und nach denselben so sehr gejammert hat [insertion:] lesen [/insertion]. Mein verstorbener Vater hat so oft gesagt, die Familie Rustemeier fehlt uns noch täglich. Einen solchen Nachbarn bekommen wir nie mehr mit dem wir so friedlich und vertraulich zusammen gewohnt haben. Mein Vater ruht seit dem 8. Jan. 1905. Er hatte Jahre vordem [?] mal einen Schlaganfall bekommen. Sein Tod kam über Nacht unerwartet. Man hat denselben des Morgens tot in seinem Bett vorgefunden. Seine letzten Jahre waren für ihn sehr hinfällig und bedurfte zum An und Ausziehen stets Hilfe. Meine Mutter starb am 28 Dez. 1898 an Lungenentzündung. Mein Bruder Kaspar verunglückte in Hevingsen bei dem Transport einer Dreschmaschine am 2 Okt 1895. In Körbecke auf dem Elternkotten ist Anton verheiratet. Derselbe hat eine Frau aus der Wildebauer (Schäfers) und hat 4 Kinder. Die Ältesten schon 20 - 26 Jahre alt. Franz hat sich Wrigelmannskotten gekauft und ist mit einer von [Drens?] Mädchens (Klara K[?]stein) verheiratet. Dieselbe ruht schon 7 - 10 Jahre. Er hat mit derselben 5 Kinder.

Heinrich der ehemalige Feldwebel ist Gerichtsvollzieher in Ruhrort und ist mit der ältesten Tochter des Lehrers Knaden verheiratet und hat 4 Kinder. Er reist den Leuten die Töpfe vom Feuer (günstig) und verdiente zu Friedenzeiten 8 - 11000 Mark jährlich. Ich bin ebenfalls verheiratet.

[page 2:]

Meine Frau ist aus Müllingsen der Soester Börde aber eine echte Katholikin. Ich habe 2 Kinder im Alter von 10 u 15 Jahren. 3 von mir sind gestorben, wogegen meine Brüder nur je ein Kind tot haben. Meine Schwester Thres ist 1 1/2 Stunde westlich von Köln verheiratet. Dieselbe hat 11 Kinder erzeugt, wo= von 8 klein gestorben sind. An der Somme im Weltkriege worauf ich noch zurück komme hat sie ihren einzigen Sohn verloren. Vor 2 Monaten ist ihr Mann gestorben. Die Bäckerei liegt jetzt, welche der Sohn so recht in die Höhe gebracht hatte, verödet still. Unterhalb Körbecke ist eine Talsperre gebaut. Das Wasser bedeckt alle Wiesen von Wamel bis Günne, wo die Sperrmauer gebaut ist. In Körbecke mußte der Hofgerber Kramer noch vor dem Wasser weichen. Das Dorf Delecke ist zur Hälfte und Kettlersteich vollständig unter dem Wasser verschwunden. Man hat von dem Talsperrverein für den Morgen Wiese 600 - 1000 Mark gezahlt bekommen. Der bekannte Tuschhoff links an der Straße von Drüggelte nach Arnsberg ist sogar unter Wasser gesetzt. Die Talsperre hat den Zweck den Wassermangel im Hochsommer für das Rheinisch Westfl. Industriegebiet sicher zu stellen. Weiter wird unterhalb der Sperrmauer durch Wasserdruck eine sehr große elektrische Kraft erzeugt, die mindestens 1/4 der Provinz Westfalen Licht und Kraft liefert. Der untere Teil von Körbecke ist vollständig verschwunden. Die Chaussee ist höher nach dem Dorf verlegt und führt direkt unter Wellerhof [?] her vorbei.

Lieber Freund, jetzt will ich Dir mal etwas auf Ehrenwort der Wahrheit entsprechend vom Weltkriege schreiben. Du oder Deine liebe Familie darfst nachstehendes ruhig dort veröffentlichen. Ich betone es nochmals es ist nur Wahrheit und keine Übertriebenheit was ich Dir

[page 7:]

an Wilson seine 14 Punkte und an das amerikanische Volk ge= glaubt. Ob es sich der schweren Täuschung hingeben darf? Das deutsche Volk ist durch die übergroße Armut, besonders das In= dustrievolk, moralisch tief gesunken. Es wird unheimlich viel gestohlen, gemausert und betrogen, Alles dieses kannte man vor dem Kriege nicht im entferntesten Maße. Die Landwirte wuchern mit ihren Erzeugnissen dazu kommen die Aufkäufer Großhändler usw. Alles dieses geschieht auf die Armut des ärmsten Volkes, welches die hohen Preise nicht zahlen können. Die Folgen davon sind zuerst die Revolution, dann die uner= bitterlichen politischen Parteikämpfe, wo sich die arbeitende Bevölkerung mit den Waffen aus dem Kriege stammend, den Kapitalisten gegenüber steht. Du wirst vielleicht vielleicht [sic] von den Märzunruhen d. J. aus Deutschland etwas gelesen haben. Die Links stehenden politischen Parteien früher Sozialdemokraten heute Spartakisten, Kumministen [sic] usw. die radikalsten von den Sozialdemokraten hatten sich zu einer Armee gebildet. Nachdem die Reichswehr aus Sachsen, Bayern und Würtemberg alle sich vereinigt hatten, kam es zwischen Hamm bis Duisburg zu einem Kriege in der Provinz Westfalen und Rheinland, der mit dem Siege der Reichswehr in ungefähr 14 Tagen endete. Tote hat es auf beiden Seiten gegeben, besonders aber bei der roten Armee Spartakisten, Kumministen [sic], Unabhängige Sozialdemokraten Mehrheitssozialisten usw. Der Katho= lik solange derselbe noch echt ist bildet noch stets das Zentrum die Partei der goldenen Mitte. Vom Zentrum nach rechts Demokraten der frühern Freisinn, weiter die deutsche Volkspartei frühere [?]nalliberale Partei weiter die deutsch Nationalen früher Konservativen

[page 8:]

letztere die Großgrundbesitzer aus dem Osten. Daß Deutschland solche Zeiten bekommen hätte hat sich niemand träu= men lassen. Meine Frau setzt sich neben mir hin und meint die Löhne der Bergleute hätte ich zu niedrig angegeben. Ich habe dieserhalb noch mal Erkundigungen eingezogen und kann meine Behauptung aufrecht halten. Ich muß leider nochmal auf die Beamten zurück kommen. Es ist leider nicht genug, daß die Beamten die teuren Lebensmittel nicht kaufen können, sondern bei denselben ist Bettwäsche, Hemden usw. alles verschließen. Die Bergleute dagegen erhalten dieses durch den Zehne vom Staate zu ermäßigten Preisen. Als während dem Krieg keiner mehr Schuhe bekam, weil kein Leder mehr vorhanden war aber die Bergleute bekamen welche. Die neue Besoldungsordnung für die Beamten steht bevor. Das nicht viel zu erwarten ist beweise ich dir mit der Beilage aus einer Gelsenkirchner Zeitung die Rede des Finanzminister des deutschen Reiches. Hoffen wir das Beste - - -

Lieber Freund, mein Bogen geht zu Ende ich muß zum Schluß kommen. Hast Du meinen letzten Brief nicht bekommen? Hoffentlich gelangt dieser Brief in bester Gesundheit in deine Hände indem ich hoffe, daß du noch recht gesund und munter bist.

Grüß mir bitte deinen Vater und Geschwister und nicht zuletzt deine Familie zu vergessen.

Hoffentlich bekomme ich von dir oder Deiner Familie oder von deinen Geschwistern Antwort, worum ich recht dringend bitte und verbleibe mit vielen Grüßen Dein Joseph Alteköster Staatsbahn Lademeister Wanne - Eickel Märkische Str. 6 Provinz Westfalen Deutschland

[margin:] Du batest mich in deinem letzten Briefe, was ich bei den Soldaten abbekommen hätte. Ich hatte doppel[?]ige Lungen mit Rippenfellentzündung. [/margin]

[page 5:]

Margarine das Pfd 11,50 M S[?]fett 16,00 M. Kernseife das Pfd 13,00 M.

Lieber Freund, dieses sind die Preise im algemeinen in den Städten des industriegebiets, wozu ich noch vergessen habe, daß ein Lit Milch 2,60 M kostete, die während dem Kriege noch eine Seltenheit selbst für unsere Säuglinge war. Unser Nachwuchs die Kinder haben am allermeisten gelitten. Ich habe während dem Kriege am Charfreitag in 2 verschiedenen Jahren über die Kinder in der Kirche geweint, wie erbärmlich die Kinder mit den Todesschatten im Gesicht in der Kirche Prozession gingen. Ich habe wahrhaftig dabei gebetet; lieber Herrgott mach dem Kriege ein Ende und gib uns mehr zu essen. Wir haben Tage und Jahre erlebt, wie diese kein Volk der Erde ertragen kann. Es geht uns doch jetzt entsprechend besser, wenn auch hohe Preise, so kann man doch wenigstens wie= der Fett im Essen haben. Rindfleisch (Gefrierfleisch) bekom= men wir des Sonntags; nur nicht am letzten Sonntag, wo jedenfalls keins vorhanden war. Schweinefleisch gibt es nur Speck, sonst nichts. Nun willst Du auch jedenfalls gerne die Löhne unserer Arbeiter erfahren. Zuerst will ich Dir dieselben von der Eisenbahn den Durchschnittslohn mit= theilen: 18 Jahre alt 23,20 M } 20 Jahre alt 26,40 M} 24 Jahre usw. 32,80 M} für einen Tag 8 stündige Arbeit.

Jetzt die Bergleute die uns armen Eisenbeamten alles weg= kaufen, weil wir bei weitem weniger verdienen und die teuren Preise nicht bezahlen können.

Durchschnittlich 24 Jahre alt 7 Stunde Arbeit pro Tag über Tage 42,50 M, unter Tage 65,00 M.

Dabei haben die Bergleute sehr viele Vorteile bekommen die Lebens=

[page 6:]

mittel bed Speck, Fleisch, Wurst u.s.w. bedeutend billiger als andere Berufe. Weil wir die Kohlen an die Entente ab= liefern müssen, so ist die Regierung gezwungen für die Bergleute diese Begünstigungen zu gewähren, da dieselben sonst nicht arbeiten. Auch die Gehälter der Beamten sind erhöht, aber bei weiten [sic] nicht dementsprechend, wie die Löhne der Arbeiter und nicht im Einklang mit den hohen Preisen. Die Landwirtschaft ist während dem Kriege und auch heute noch reich geworden, wogegen der Beamtenstand bettel arm geworden ist. Es war in Deutschland von je her an der Tagesordnung, daß die Beamten sich mit ihrem Einkommen sehr nach der Decke strecken mußten. Man konnte vor dem Kriege doch ein Stückchen Fleisch essen, woran unter den heutigen Verhältnissen noch in entfernten Jahren nicht zu denken [insertion:] ist [/insertion]. Der Beamte hat seine Spargroschens während dem Kriege zugesetzt und steht heute fast nackend auf der Straße. Der Weltkrieg hat Deutschland vollständig ruiniert. Der Franzmann und Engländer legen immer noch höhere Bedingungen auf, so daß wir die Weltindustrie zu der sich Deutschland empor gearbeitet hatte nicht aufrecht halten können. Unsere eigene Fabriken müssen den Betrieb einstellen und die Leute ent= lassen weil sie keine genügende Menge Kohlen bekommen. An Geld besitzen wir nur noch Papiergeld. Gold und Silber= geld sieht man keins mehr. Es ist sogar eine große Selten= heit, wenn man noch 10 u 5 Pfg in Nickelstücke sieht. Kupfergeld 1 u 2 Pfg sieht man auch nicht mehr. An 5 u 10 Pfg Stücke haben wir Eisen. 50 Pfg Stücke haben wir kürzlich aus Aluminium bekommen. So hoch Deutschland vor dem Kriege in der Blüte stand, so arm ist es durch den Krieg geworden. Das deutsche Volk hat stets

[page 3:]

mitteile. Als am 2 August 1914 der Weltkrieg ausbrach waren in Deutschland alle Menschen ohne Rang und Parteiangehörigkeit patriotisch und einig bis in das Allerkleinste. Kaiser Wilhelm rief und alle alle kamen. Es war eine Begeisterung für den Krieg, die keine Grenzen kannte. Alle Menschen Männer und Jünglinge sogar noch ergraute Häupter aus dem Volke im Alter bis zu 60 Jahren meldeten sich freiwillig zu den Waffen. Meine persönlichen Erfahrungen lassen deutlich und klar erkennen, wenn wir nicht von jeden [sic] Handel und Weltverkehr abge= schnitten gewesen wären, sodaß wir Rohstoffe und Lebensmittel ins Land hinein bekommen hätten können, so hätten wir den Krieg nicht aufgeben brauchen. Es macht sich und kann sich kein Volk der großen Erde einen Be= griff davon machen was das arme Volk in Deutschland für Opfer gebracht hat. Bei Anfang des Krieges hatten wir Lebensmittel in genügenden [sic] Maße vor= handen. Es dachte auch keiner daran, daß Italien den Dreibund brechen würde. Wenn Deutschland seinen Aufmarsch mehr nach dem Norden nach dem Kanal anstatt nach Paris gehalten hätte und der Franzmann seine Truppen an der Italischen Grenze behalten mußte, so wäre der Krieg in 3 - 6 Monaten beendet gewesen. Die Lebensmittelknappheit setzte allmählig ein und führte so weit daß tatsächlich sehr viele Familien die keine Familien als Bekannte oder Verwandte auf dem flachen Lande wohnen hatten, wovon sie sich etwas Lebensmittel haben konnten dem Untergange anheim gefallen sind. Auf dem Lande hatten die Menschen zu leben aber in den Großstädten besonders im Rheinischen Westfl. Industriegebiet herrschte sehr große Not. Die Tuberkulose Lungenkrankheit hat durch die Entbehrung der Fettigkeiten usw. einen unglaublich großen Umfang angenommen. Die Männer waren im Kriege Frauen und Mädchen haben den Acker bestellt und die allerschwersten Arbeiten in den Fabriken usw. über= nommen und dabei nur halb satt zu essen. Im Winter von 1916 - 1917 haben die Menschen hier im Industriegebiet nur von Steckrüben (Kohlrabien) gelebt weil kaum Kartoffeln

[page 4:]

vorhanden waren. Denke Dich mal in unsere Lage. Wir bekamen für eine Woche pro Kopf 50 Gramm (500 Gr ein Pfund) Margarine zum Fetten. Du Wa Dieselbe enthielt aber sehr wenig oder kein Fett. Keine Butter, keine Milch, kein Mehl, pro Tag 1 1/2 Pfd Brot, welches aus sehr wenig Mehl aber ordentlich Steckrüben Holzmehl und Strohmehl gebacken war, daß man es kaum genießen konnte. Für die Woche bekamen wir für den Kopf der Familie 3 - 6 Pfd Kar= toffeln. Durchschnittlich 4 - 5 Pfd Kartoffeln für die Woche für jede Person. Fleisch bekamen wir alle 5 - 6 Wochen einmal 75 - 100 Gramm Rindfleisch (Gefrierfleisch) Schweinefleisch überhaupt nicht. Als der erste Speck von Amerika eintraf, atmete alles leicht auf. Die Menschen waren zusammen getrocknet wie eine Latte. Hier im Industrie= gebiet war keine Butter, kein Oel noch sonstige Fettigkeiten überhaupt nicht zu kaufen. Auf dem Lande zählte man für ein Pfd. Butter 25 - 40 Mark, was vor dem Kriege bis zu 1,50 M. kostete. Ein Pfd Speck kostete bei den Bauern ebenfalls 25 - 40 Mark und war eine sehr große Seltenheit. Die Landwirte sind alle sehr reich geworden. Selbst die kleinsten Leute, die nur 2 - 4 Morgen Ackerland haben sich schuldenfrei gemacht. Für ein Ei Ei zahlt man heute bei den Landwirten 1,70 M - 2,00 M. Für den Pfd Weizen bekommen die Landwirte von der Regierung 95 - 100 Mark. Im Schleichhandel, weil alles noch raioniert [sic] (eingeteilt auf Marken ist) bezahlt man den Landwirten von 150 - 300 Mark. Wucher= preise. Wir bezahlen hier im Industriegebiet für ein 6 Pfundigesbrot 7 Mark. Es ist aber Streckbrot nicht aus reinem Mehl hergestellt. Es ist etwas besser wie während dem Kriege. Für ein paar Schuh bezahlt man 170 - 290 Mark. Für einen Anzug 1200 - 2000 Mark aber keine Friedensware. Für ein Pfd Wolle 100 - 140 Mark. 1 Meter Schürzenstoff 22 - 30 Mark. Ein Pfd Speck kostet 18 - 20 Mark.

English text

Eichel

September 23, 1920

Dear Friend,

Within the last few days, to my great joy. I discovered your letter of February 17, 1900, and I experienced a burning desire to inform you and your family once again about Germany. And then you will no doubt want to read something about your neighbors, the Altekoester family, which has mourned the Rustemeier family and pined for them so much. My deceased father often said that we still miss the Rustemeier family every day. Never again will we have neighbors like that, with whom we lived so peacefully and trustingly together.

My father died on January 8, 1905. He had suffered a stroke some years before. Nonetheless, he died quite unexpectedly. We found him dead in his bed one morning. He was very frail in his last years, and constantly needed help getting dressed and undressed.

My mother died on December 28, 1898 of pneumonia. My brother Kasper was killed in an accident in Hevingsem on October 20, 1895, while transporting a threshing machine. Anton is married and lives on the parent's place in Koerbecke. His wife, a Schaefer, is from Wildebauer and has 4 children, the oldest of which are already 20-26 years old. Franz bought Wrigelmann's farm and was married to one of Drens Waetschen's daughters (Klara Kingstein). She died 7-10 years ago. He and she had five children together. Heinrich, who used to be a sergeant, is a bailiff in Ruhrort and is married to the oldest daughter of the teacher, Knaden. They have four children. He cures pottery, taking them from the fire (gently) for people, and during peacetime he earned 8-11000 Mark per year. Incidentally, I am married.

[new page]

My wife hails from Muellingsen... but is a genuine Catholic. I have two children aged 10 and 15 years. Three of my children have died, while my brothers have lost only one child. My sister, Thres, is married and lives 1 1/2 hours west of Cologne. She has given birth to 11 children, of which 8 died while they were still small. She lost her only son in the World War at the Somme, whence I was able to return home. Two months ago, her husband died. The bakery, which her son had brought to such heights, lies desolate and quiet.

They have built a dam below Koerbecke. The water covers all the meadows from Hamml to Guenne, where the dam was built. In Koerbecke, Kramer, the tanner, had to retreat before the water. The village of Deleske is half under water, and Kutterstisch is completely submerged. Those in charge of the dam were paying 600-1000 Mark per morgen for the meadow land. Even the well known "Tuschhoff", on the left side of the street that leads from Drueggelte to Arensburg, is under water. The purpose of the dam was to ensure the water supply for the industrial section of the Rhineland part of Westphalia. In addition a very large electrical powerhouse will be powered by water pressure below the dam, which will supply light and power to at least one quarter of the province. The lower part of Koerbecke has completely disappeared. The high road has been moved closer to the town and runs squarely by below the Weiller farm.

Dear friend, now I want to write something, on my word of honor, about the truth of the World War. You or your dear family may quietly make known, over there, the following. I assure you that what I share with you is nothing but the truth and no exaggeration.

[new page] When the war broke out on August 2, 1914 everyone in Germany was patriotic and united without regard to class or political party, until at the very least Kaiser Wilhelm called and everybody, everybody came. There was an enthusiasm for the war that knew no bounds. Everybody, men, youth, and even grayed heads from the people up to 60 years of age were obliged to freely take up arms. My personal experience allows me to recognize clearly and without a doubt, that if we had not been cut off from every business and world commerce, so that we might have been able to import raw materials and foodstuffs into the country, we would not have had to give up the war. No people in the entire world do or can comprehend what sacrifices the poor people in Germany had to make. At the beginning of the war we had food in sufficient quantity. And nobody ever thought that Italy would break the Triple Alliance. If Germany had kept its march farther to the North, to Kanne [?] instead of to Paris, and the French would have had to order their troops to the Italian border. the war would have come to an end in 3-6 months.

Famine gradually set in and was so extensive that many families, who did not know any family or relatives that lived on the flatland from whom they might have been able to receive some food, met their doom at home. In the country, people did have something to eat, but in the large cities, especially in the industrial section of the Rhineland section of Westphalia, extreme need prevailed. Because of fat-starvation, tuberculosis affected an unbelievably large area. The men were in the war; women and girls cultivated the fields and took over the heaviest work in the factories, etc., in order to obtain half enough to eat. In the winter of 1916-1917, people here in the industrial section subsisted on kohlrabis because no potatoes

[new page] were available. Imagine our situation! For fat, each person received 50 grams of margarine per week (there are 500 grams in a pound). This margarine contained little or no fat. No butter, no milk, no flour, and a daily ration of 1/2 pound of bread which was baked with very little flour but a lot of kohlrabis, sawdust, and straw flour, so that one could hardly digest it. We received 3-6 pounds of potatoes per week for the head of the family, and on the average 4-5 pounds of potatoes per person per week. Every five or six weeks we would receive 75-100 grams of frozen beef, but no pork. When the first bacon arrived from America everyone breathed a sigh of relief. People were dried up like a lath. Here in the Industrial section there was no butter, oil, or other fatty foods to be bought.

In the country butter commanded a price of 25-40 Mark per pound, which cost up to 1.5 Mark per pound before the war. Likewise a pound of bacon purchased from the farmers cost 25-40 Mark, and was very scarce. The landowners all became very rich. Even those who operated only 2-4 Morgen of cultivated land worked themselves free of debt. Today, one egg costs 1.7-2.0 Mark at the farmers. The government paid the landowner 95-100 Mark for a liter of wheat. On the black market one pays 150-300 Mark, because everything is still rationed. Here in the Industrial Section we pay 7 Mark for a 6-pound loaf of bread. But it is bread made of kohlrabis, not of flour. It is a bit
better than it was during the war. A pair of shoes costs 170-290 Mark, a suit, 1200-2000 Mark but no Friedans ware. Wool, 100-140 Mark per pound. Apron material, 22-30 Mark per meter. Bacon, 18-20 Mark per pound.

[new page] Margarine, 11.50 Mark per pound. Sieren fat 16.00 M. Kera soap 13.00 M per pound.

Dear friend, these are generally the prices in the cities of the industrial district. And oh, I forgot to mention that a liter of milk costs 2.60 Mark, which during the war was still a rarity even for our Saulinge. Our young people who have children have suffered the most. During the war I wept for the children on Good Friday two different years, at how pitifully the children, with the shadow of death on their faces, came into the church in procession. And I really prayed the dear Lord to make an end to the war and give us more to eat. We have experienced days and years such as no people on the face of the earth can bear. Now we are faring better. Even though prices are high, we can at least eat our fill again. On Sundays we get beef (frozen), except we did not get any last Sunday, when there was none to be had. We get bacon but no other pork.

At any rate, you will be interested to know the wages of our workers. First I will share with you the average wages with the railroad:

18 years old 23.20 M }
20 years old 26.40 M } for an eight-hour day
24 years and up 32.80 M }

And now for the miners, who buy everything out from under us poor civil servants in the railroad, who cannot afford the high prices. On the average, a 24-year-old, 7 hours of work per day:

Above ground 42.50 M
Below ground 65.00 M

Thus the miners have a great advantage and get food,

[new page]

bacon, meat, sausage, etc. considerably cheaper than those in other trades. Since we have to supply coal to the Entente, the government is persuaded to grant the miners these favors, because otherwise they would not work. Also, the salaries of the civil servants are increased, but by far not corresponding to the wages of the workers and not in step with the high prices. Those in agriculture have become rich during the war, and today as well, while the civil servant has become as poor as a beggar. In Germany, it was now the order of the day that the civil servants, with their income, had to prepare for the worst. Before the war one could at least have a little piece of meat, which is going to be unthinkable for years to come. During the war, the civil servant added to his nest egg, and today he stands nearly naked on the streets.

The World War has completely ruined Germany. The French and the English impose conditions that are increasingly more difficult, so that we could not maintain the global industry to which Germany had attained. Our own factories had to suspend their operation and lay off people, because they could not obtain enough coal. We have only paper money. Gold and silver coinage is no longer to be seen. It is even rarely that one sees 10 and 5 pfennig nickel-pieces. 1 and 2 pfennig copper money is seen no more. Our 5 and 10 pfennig pieces are steel. A little while ago we got aluminum 50-pfennig pieces. Germany has become as poor because of the war as it was great among peoples before the war. The German people has, instead,

[new page]

put its faith in Wilson, his 14 points, and the American people. I wonder if it can allow itself to let go of the massive deception.

The German people, and especially the industrial people, have morally sunk to great depths because of overwhelming poverty. There is, openly, a great deal of stealing, profiteering, and [bad] conduct. Before the war we knew nothing of this, not in the slightest degree. The farmers profiteer with their product. Add to that the wholesalers, etc. All of this happened on top of the poverty of the poorest people, which could not pay the high prices. The consequence of this is, first, the revelation, then the unbearable, prattling political war, in which the working class comes out of the war with the weapons and stands against the capitalists.

You may have perhaps read something about the unrest in March of this year. The left wing political party, earlier the social democrats and today the Spartakists, communists who vatikalsten from the social democrats, had built themselves into an army. After the government forces of Saxony, Bavaria, and Wurttemberg had formed an alliance, there came, between Hamm until Duisburg, a war in the province of Westphalia and the Rhineland that ended in about fourteen days with the Siege of the government forces. There were fatalities in the last days, especially among the red army Spartakisten, Communists, independent social democrats, the majority of socialists, etc. The Catholic, as long as he remains [illegible], is still building up continually the center, the party of the golden mean. From middle of the road toward the right are democrats of the former Kreisinn, then the German Peoples' Party, formerly the Somionollieberala Party, then the German National Party, formerly the Conservative

[new page]

and then [farthest to the right] the big landowners from the East. Nobody ever dreamed that such times should ever come upon Germany.

My wife sits down next to me and thinks that I have quoted the salaries of the miners too low. Therefore I have made another inquiry and can maintain that my assertion is correct.

Sadly, I must return to the civil servants. Unfortunately, it is not enough that the civil servants cannot buy the expensive food; their bed linens, shirts, etc., are all worn out. The miners, however, get all these things through their identification with the State, at greatly reduced prices. During the war we could get no shoes because there was no leather, but the miners did get them. A new pay scale is imminent. That not much is to be expected is shown by the enclosed speech of the finance minister of German affairs, from a Zelsenkirchen newspaper. Let us hope for the best ....

Dear friend, my letter comes to an end. I must finish this. Did you receive my last letter? Hopefully you will receive this one. I hope that you are still healthy and happy. Please greet your father and siblings for me, and finally, don't forget to greet your own family.

Hopefully I will receive an answer from you or your family or from your siblings. I earnestly beg you for that, and remain with many greetings,

Yours,

Joseph Altekoester

Lademeister, National Railroad

Hamm-Eikel Maerkiche Street 6

Province of Westphalia, Germany

PS In your last letter you asked what I came away with when I was a soldier. I had double pneumonia and a fungal infection.

Translated by Raymond C. Backes


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