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Raster family letter, June 26, 1863

Raster family letter, June 26, 1863, p. 1
Raster family letter, June 26, 1863, p. 2
Raster family letter, June 26, 1863, p. 3
Raster family letter, June 26, 1863, p. 4

Author

Hermann Raster

Date

June 26, 1863

Origin

New York, N.Y.

Description

Raster family letter, June 26, 1863.

Type

letter

Language

German

Tags

1860-1869, transcription under review

Source

Hermann Raster Papers

Collection

Raster Family Letters

Repository

Newberry Library

Citation

“Raster family letter, June 26, 1863.” Hermann Raster Papers, Newberry Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1550

Original text

[roman:] New York [/roman], 26. Juni 1863

Liebe Sophie!

Einige Worte am Schluß des Briefes, worin du mir deinen Beschluß erklärtest, mich in meiner schweren Bedrängniß im Stich zu lassen, hatten mich glauben gemacht, daß Du die Wirkung und Tragweite Deiner abfälligen Antwort hinlänglich verstanden hättest, um nicht für mein Schweigen den Grund in außerordentlichen Umständen zu suchen. Wozu sollte ich schreiben? Welche Theilnahme für meine Angelegenheiten sollte ich noch bei Dir voraussetzen, nachdem Du zu einer Zeit, wo der Tod meiner Frau mich in die peinlichste häusliche Lage versetzt und die Erziehung meiner Kindes völlig in Frage gestellt hatte, es rundweg abgelehnt hattest mir beizustehen?

Indessen, wenn es zu Deiner Beruhigung beiträgt, will ich Dir hiermit gern mittheilen, daß alle Deine Besorg=


nisse vor etwaiger äußerer Noth, in die ich durch den Krieg gekommen sein könnte (Besorgnisse, die am Ende auch eins der Motive für Deine Weigerung, hierherzukommen, gewesen sind), vollkommen grundlos sind. In äußerlicher Beziehung ist es mir nie so gut gegangen, wie seit zwei Jahren. Der "völlige Umsturz alles Bestehenden", von dem Du sprichst, existirt nur in der geängsteten Phantasie europäischer Zu= schauer, er erstreckt sich aber nicht bis hier nach New York herauf. Speziell hier sind Handel, Erwerb u. Wohlstand so lange ich im Lande bin, nie besser gewesen, als seit zwei Jahren.

Was meine persönlichen Verhält= nisse betrifft, so glaube ich Dir darüber im Oktober 1861 das Nöthige geschrieben zu


haben. Wie Du im vor. Jahre dazu ka= mest "gehört zu haben", daß ich von der Abendzeitung weg sei, begreife ich nicht. Vielleicht ist es Klitschklatsch gewesen, veranlaßt durch den Umstand, daß ich aus Schicklichkeitsrücksichten von dem Tage an, wo ich mein Amt übernehme, meinen Namen nicht mehr auf der Zeitung erscheinen ließ. - Ich widme der Zeitung nur noch die Vormittagsstunden bis 10 1/2 Uhr und nehme dafür auch nur die Hälfte meines frühern Gehalts, damit auch so lange, als ich das Amt habe, [Randfall?] auch eine Erleichterung habe. - Das Amt hat mir im vorigen Jahre, einschl. [?] 1800 Doll., die Ab. Zeitung 500, meine Correspondenzen für andere Zeitungen pp 700 Dollars eingetragen. Im jetzigen Jahr wird sich durch mehrere literarische Arbeiten meine Gesammteinnahme etwa um 200 oder 300 Dollars höher stellen, als im vorigen.


Diese Zahlen werden Dich wohl über die befürch= tete Gefährdung meiner Existenz beruhigen. Von den 3000 Doll. Einnahme verbrauche ich, da ich mei= nen Haushalt anständig führe, 2000, so daß auch noch außer der Lebensversicherung einige tausend Thaler für mein Kind, oder auch für un= vorhergesehene Fälle parat liegen. - Sollte etwa, was leicht möglich ist, mein Schweigen unter den Klatschgevattern in Zerbst Anlaß zu allerlei vorgeblich theilnehmendem, in der That aber schadenfrohem Gewäsch über meine Lage gegeben haben, so kannst Du demselben mit oder ohne Benutzung der vorstehenden Zahlen entgegentreten.

Außerdem, daß Mathilde im vor. Jahre das Scharlachfieber und die Masern gehabt hat und daß sie seit Juli v. J. durch eine Erzieherin, welche ich für sie engagirt habe, deutschen Unterricht erhält, ist aus meinem häuslichen Leben seit dem Tod meiner Frau nichts zu melden. Meine Tochter ist das Einzige, was mich an ein mir leer und überdrüssig gewordenes Leben bindet. Sollte je das Unglück wollen, daß ich auch sie verlöre, so würde ich ohne Bedauern n meinem zwecklos gewordenen Leben [Valet?] sagen. [roman:] Hermann Raster [/roman]


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