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Marie Taylor to Lina Hansen, November 2, 1876

Marie Taylor to Lina Hansen, November 2, 1876, page 1 [right-hand side] and page 4 [left-hand side]
Marie Taylor to Lina Hansen, November 2, 1876, page 2 [left-hand side] and page 3 [right-hand side]

Author

Marie Hansen (Taylor)

Recipient

Lina Braun (Hansen)

Date

November 2, 1876

Origin

Cedarcroft, Chester County, Pennsylvania

Description

Letter from Marie Taylor to Lina Hansen, November 2, 1876.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, mht

Source

Bayard Taylor Papers

Collection

Marie Hansen Taylor Correspondence

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Marie Taylor to Lina Hansen, November 2, 1876.” Bayard Taylor Papers, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1228

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

[roman:] Cedarcroft [/roman], Nov. 2. 1876.

Meine liebste Mutter!

Hatte ich Dir geschrieben, daß ich diesen ganzen Monat hier zubringen würde? Ich glaube es fast. Un=sere Pläne haben sich jedoch letzte Woche um=gestaltet u. ich bin nur auf 5 - 6 Tage hier, um einiges was sich nicht aufschieben lässt, zu besorgen, vornehmlich um 24 Pfirsichbäume pflanzen zu lassen, was auch bereits geschehen ist. Meine Zeit ist übermorgen um u. ich kehre dann nach [roman:] N. Y. [/roman] zurück. [roman:] Bayard [/roman] wird, anstatt den ganzen Monat hindurch Vorlesungen zu halten, nur ab u. zu eine auswärts zu halten haben u. die meiste Zeit zu Hause sein. Ich bleibe deshalb natürlich auch zu Hause u. werde mich nun gleich nach einem Mäd=chen umsehen, damit meine Haushaltung wieder in regelmäßigen Gang kommt. Als ich Dir zuletzt schrieb, hatten wir die Freude Lilian bei uns zu haben. Wir hatten einen recht wohlthuenden Besuch von ihr, nur war unser Zusammensein leider zu kurz. Aber ich bin doch recht dankbar, daß die Trennung uns durch solche zeitweilige Besuche verkürzt wird. L. sah sehr wohl aus; als ob das Leben dort ihr recht gut bekäme. Sie war auch recht vergnügt u. erzählte vieles u. alles was sie über die Anstalt u. ihr Leben dort uns mittheilte, gefiel mir. Seitdem hat mein Katarrh mich wieder recht geplagt. Er geht u. kommt, ich weiß nicht wie? u. warum? Die Luftveränderung hat ihn für den Augenblick gebessert u. ich hoffe, daß ich ihn nun doch los werde. Das Wetter ist aber auch seit gestern reiner Sommer - so heiß daß man es vermeidet sich der Sonne auszusetzen. Das schöne warme Wetter, was ihr auch

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

noch gehabt, hat Dir doch wohl gut gethan. Du klagst wenigstens in Deinem letzten lieben Brief, für den den herzlichsten Dank, nicht so wie im vorigen über Dein Befinden. Ich war so recht froh Die=nen Brief zu erhalten u. sande ihn an Lilian, da ich wusste, daß er sie beson=ders interessiren würde. Wir haben auch bereits Lina’s Hochzeitsgeschenk eingekauft. Ich nahm Lilian, als sie in [roman:] N. Y. [/roman] war, mit, um mir auswählen zu helfen. Es ist ein silberner Löffel zu Kompot u. Eingemachten, der ihr gewiß Freude macht, denn er ist sehr hübsch. Lilian arbeitet für sie eine Nähtischdecke aus Javacanvaß. Sie hat nur des abends Zeit, aber ich hoffe doch daß sie bald damit fertig wird, denn ich werde Dich wohl mit diesen beiden Geschenken für Lina belä=stigen müssen u. wollte sie daher in einem kleinen Weihnachtspaket Anfang Dec. an Dich befördern. Wie Du es dann mit ihnen hältst - ob Du sie von Ham=burg per Post weiter schicken kannst, oder sie bis zu einer passenden Gele- genheit aufhebst, das muß ich ganz Dir überlassen. Ich belästige Dich ungern da=mit, aber ich wüsste wirklich nicht wie ich die Sachen direkt befördern könnte.

- Seitdem ich obiges schrieb, habe ich ein Mädchen für den Winter gemiethet. Die schwarze Köchin die ich vorigen Winter hatte u. von hier mitnahm, hat sich presentirt mit dem Wunsche wieder mit mir zu gehen. Sie ist bereit die Arbeit allein zu verrichten, ohne ein zweites Mädchen u. so bin ich anscheinend versorgt. Sie ist völlig eben so gut als Ida u. in

[page 3 (sheet 2, left-hand side):]

manchen Stücken besser. Ich ziehe über- haupt die Neger als Dienstboten vor, nur kommt man mitunter auch mit ihnen recht schlecht an. - Ich verließ [roman:] B. [/roman] wohlversorgt in [roman:] N. Y. [/roman] Dieselbe Frau, die mir bisher ausgeholfen, sollte jeden Mor=gen kommen, ihm sein Frühstück berei=ten u. das Bett machen. Er schreibt mir auch, daß sie alles recht gut be=sorge. Gestern aber reiste er nach [roman:] Boston [/roman] um eine Vorlesung zu halten. Heute erwartete er zurück zu kommen. Als ich am Montag Abend hier ankam, fand ich die Alten ausgeflogen. Die Schwieger=eltern waren nach Phil.a auf die Ausstel=lung (zum dritten Mal) u. kamen erst am folgenden Abend zurück. Seit den letzten 8 Wochen ist die Ausstellung zum Überfüllen besucht. Man rechnet im Durchschnitt täglich 80,000 bis 100,000 Menschen, die dort ein- u. ausgehen. Am 10. d. Mts. wird sie geschlossen. Mein Schwiegervater ist seit seiner Rück=kehr nicht so wohl gewesen u. die Schwie=germutter klagt auch sehr über Steifheit u. Schmerz in den Ellbogen u. Händen. [roman:] Lamborn’s [/roman] sind glücklich wieder nach [roman:] Colorado [/roman] zurückgekehrt. [roman:] Annie Carey [/roman] ist wie immer, sehr in ihrer Wirth=schaft beschäftigt, [roman:] Charles [/roman] lebt still hier fort u. die Kinder sind beide erkältet. Die Gegend sieht schon recht herbstlich aus, die meisten Bäume stehen schon kahl. Es ist aber immer schön hier, was auch die Jahreszeit sei.

Ich fürchte, liebe Mutter, daß ich diesen Brief schon jetzt schließen muß, wenn er

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

noch diese Woche mit fort soll. Ich muß überhaupt hier die Gelegenheiten zur Post wahrnehmen, da daran nicht viele des Tages sind, u. da sich eben eine darbietet, sollte ich sie lieber nicht versäumen. Ich bitte Dich nur noch Hans u. die Kinder recht herzlich von mir zu grüßen. Die Schwieger=eltern u. [roman:] Carey’s [/roman] haben sich angele=gentlich nach Dir erkundigt u. mir auch Grüße aufgetragen.

Mit herzlichster Liebe Deine Tochter Marie.


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