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Marie Taylor to Lina Hansen, July 28, 1876

Marie Taylor to Lina Hansen, July 28, 1876, page 1 [right-hand side] and page 4 [left-hand side]
Marie Taylor to Lina Hansen, July 28, 1876, page 2 [left-hand side] and page 3 [right-hand side]

Author

Marie Hansen (Taylor)

Recipient

Lina Braun (Hansen)

Date

July 28, 1876

Origin

Cedarcroft, Chester County, Pennsylvania

Description

Letter from Marie Taylor to Lina Hansen, July 28, 1876.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcription under review

Source

Bayard Taylor Papers

Collection

Marie Hansen Taylor Correspondence

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Marie Taylor to Lina Hansen, July 28, 1876.” Bayard Taylor Papers, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1224

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

Cedarcroft, Juli 28. 1876.

Meine liebste Mutter!

In der Hoffnung, daß erst noch ein Brief von Dir ankäme, ver=sparte ich diesen, den meinigen, für den Bremer Dampfer, der zwei Tage nach dem Hamburger abgeht, u. siehe da, gestern erhielt ich auch wirklich, von Bayard zugesandt Deine lieben Zeilen vom 11. d. Mts., welche in Be=gleitung von Lilian's Geburtstagsbrief kamen. Den letztern habe ich natürlich noch nicht abgegeben, sondern hebe ihn auf bis zum 3ten Aug. An diesem Tage sehe ich, willst Du die Reise nach Gotha antreten. Gebe Dir der Himmel den besten Segen dazu! Meine Gedanken werden in der Zeit viel bei Dir u. Euch Allen, die Ihr dort zusammentrefft, weilen. Es ist ja überhaupt so viel natürlicher, Dich in Gedanken in Gotha aufzusuchen. Ein lieber Brief von Tante Auguste, der mit Deinem zu=gleich eintraf, bestätigte die trüben Nachrichten über Ida's Gesundheit. Es thut mir gar zu leid von diesem Rück=schritt in ihrem Befinden zu hören u. ich hoffe Du wirst sie beeinflussen können, sich an Geheimr. Credé zu wenden. Lilian soll Dir gleich nach ihrem Geburtstag schreiben. Sie ist mun=ter u. frisch u. freut sich des Landlebens. Sie ist ein Kind mit den Kindern hier

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

28. Juli

Du solltest sie gegen Abend auf dem Hof sehen, wo sie auf einem Klotze sitzt mit ein paar Mais=kolben [insertion:] im Schoße [/insertion], die sie abkneiselt um das Federvieh zu füttern, während das letztere in Erwartung des Abend=brods sich eng an sie herandrängt mehrere hundert, Hühner, Enten u. Puters, an der Zahl. In letzter Zeit ist sie auch täglich schwimmen gegangen, in einem Wasser-Re=servoir, welches Sickles' sich in der Nähe des Hauses gebaut haben u. das den Springbrunnen [insertion:] etc. [/insertion] versorgt. Seitdem ich Dir zuletzt von N. Y. aus schrieb, haben wir noch viel heißes Wetter gehabt. Eine so lang anhalten=de Hitze wie die diesjährige, weiß sich niemand zu erinnern. Sie hat gerade [underline:] 4 Wochen [/underline], ohne Unterbrech=ung, fast ohne Regen gedauert. Denke Dir nur Wochenlang eine Temperatur von zwischen 27° bis 32° R.! u. zwar ohne daß das Thermo=meter viel in der Nacht fiel. Der 9te u. 20ste Juli waren die heißesten Tage - u. was für Nächte! - 25° um Mitternacht! Wir können alle dankbar sein, daß wir so unbescha=det durchgekommen sind. Gelitten haben wir aber dabei. In N. Y. sind während dieser Zeit täglich

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

im Durchschnitt 50 Menschen von der Hitze gestorben, die meisten davon Kinder unter 5 Jahren. Am 20sten Nachts, kam endlich der Witterungs=wechsel (mit dem Neumond). Wir hatten Abends ein - nein, an die zwanzig Gewitter, ringsum. Ein solches Blitzen u. Grollen des Donners hatte ich nie erlebt. Mehrere Blitze in jeder Sekunde; es war als stände der ganze Himmel in Flammen. Aber es war prächtig. Ich saß am offenen Fenster in mei=nem Schlafzimmer u. beobachtete die Pracht, bis mir die Augen drohten blind zu werden von den fortwäh=renden Blitzen. Mein armer Neu=fundländer Hund, der sich vor Gewittern fürchtet, hatte sich herauf zu mir geschlichen, fuhr aber so vor einem starken Blitz u. Donnerschlag zurück, daß er sich in die dunkelste Ecke des Vorsaals verkroch. Dabei fiel kein Tropfen Regen, wehte fast kein Lüftchen u. eine Schwüle herrschte, die fast zum Ersticken war. Nachdem dies mehrere Stunden in die Nacht hinein gewährt, trat endlich die Kühle ein u. der folgende Tage war hell u. klar u. köstlich. Dieses Wetter, mit einzelnen Regenschauern unter=mischt, hat bis heute gedauert, wo schon wieder mehr Wärme in

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

der Luft liegt. Doch hoffe ich, daß wir Es nicht mehr so heiß wie früher haben werden. B. ist die letzten Sonntage hier gewesen, was ihm gar gut gethan hat. Ich glaube, er hätte es sonst nicht aushalten können. Ich erwarte ihn auch übermorgen (Sonnabend) wieder. Zu L.'s Geburts=tag wird er schwerlich hier sein kön=nen. Er hofft am 10. Aug. sich auf 2 Wochen frei nehmen zu können u. dann gehen wir gleich mit ihm zu=rück nach N. Y., um L.'s Garderobe in Stand zu setzen, denn am 20. Aug. muß sie in Vassar einziehen.

Während der Hitze habe ich fast nichts thun können, deshalb muß ich Dich bitten Geduld mit mir zu haben, in Bezug auf die versprochene Übersetzung. Du hast wohl nicht die Übersetzung von B.'s Ode zu sehen bekommen? Strodtmann hat sie übersetzt u. ich höre sie ist am 5ten Juli in der [underline:] Volkszeitung [/underline] in Berlin u. in der [underline:] Freien Presse [/underline] in Wien erschienen. Ich bin begierig zu wissen ob sie gut ist.

Meine Schwiegermutter hat sich nun end=lich wieder erholt, leidet aber recht an rheumatischer Steifheit, auch oft an Schmer=zen davon. Anfang oder Mitte Aug. kommt Emma Lamborn hierher mit Mann u. Kindern auf einen Monat. Die Schwieger=eltern u. Careys grüßen vielmals. Von Lilian herzliche Grüße. Dieser Brief wird Dich hoffentlich in Gotha antreffen u. bei guter Gesundheit. Trachte, liebste Mutter, recht stark im Gemüth

[page 1, left margin:]

zu sein, u. der Aufenthalt wird gewiß wohltätig auf Dich einwirken. Grüße all die Lieben um Dich herzlich von Deiner Dich innig liebenden Tochter Marie.

Ich schicke nächstens eine Bilder=zeitung an Dich.

[/page 1, left margin]


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