Robert von Xylander to Henry Villard, June 26, 1892, page 1 [right hand] and page 4 [left hand] - image of
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Tutzing, den 26 Juni 1892 Villa Madeilly
Lieber Heinrich!
Dein Brief vom 13. ds gelangte gestern hieher und benütze ich gerne den heutigen Regenvormittag denselben zu beant= worten.
Ich darf annehmen, daß Du von dem politischen Feldzuge nach Chicago glücklich wieder zurückgekehrt bist; Deine Vermuthung der Nomination Clevelands ist unterdeß einge= troffen und wie aus den Zeitungen zu ersehen die sich täglich in größeren Artikeln mit der Präsidentenwahl beschäftigen, dürfte die Wahl Clevelands als Präsident wahrscheinlich sein. Ich verstehe offen gestanden die dortigen Verhältnisse gar nicht; weder das republikanische noch das demokratische Wahlprogramm hat mir besonders zugesagt; besonders sind die Stellen betreffend die Währungsfragen mir unverständlich, so daß ich mich blind Deinem Urtheil anschließe. Cleveland wenigstem für den verhältnismäßig anständigeren der beiden Kandidaten erachte und so dessen Wahl wünsche.
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Von Dr. Granier hörte ich nichts mehr.
Das nunmehr mehrfach bewegte geschäftliche Mißverständnis wird sich nunmehr durch meinen letzten Brief endlich aufgeklärt haben; ich vermuthe nach Deinem Brief vom 13. ds daß derselbe seinen Grund darin gefunden hat, daß Du annahmst, mir sei die Dividende von 2% pro 1. Mai zugekommen oder dein Verkaufspreis der Aktien sei zu 100 3/8 gerechnet, während ersteres nicht der Fall war, logo dieser Preis nur zu 98 3/8 in Rechnung steht; irre ich mich, so oft von Beweis, wie wenig ich zum Finanzmann tauge. –
In der Hoffnung daß Ihr Euch in Thorwood nun behaglich befindet und nicht mehr von leidlichen Handwerksleuten geplagt seid; daß die dortig gute Luft Euch Allen recht gut thut und daß Du den Plan, bald einmal wieder das alte Europa zu besuchen ja nicht aufgibst, mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus, Dein aufrichtig dankbar ergebener Schwager Robert [in pencil] Xylander
