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Mittwoch d. 25/12. 67. Morgens
Mein lieber Heinrich - So wäre denn auch das Christfest herum, - das viel besprochen, - Kopf u. Hände seit Wochen in Anspruch nehmende, - u. die stillen Feiertage gestatten uns, - uns mit den fernen Lieben, - die das Geschick ferne von uns hält in Verkehr zu setzen. - So benutze ich denn die ersten Morgenstunden, - um Dir zu danken für die Beweise Deiner brüderlichen Liebe u. Großmuth, - die sich mir auch in diesem Jahre wieder in so reichem Maße gezeigt hat. -
Dein ansehnliches Geldgeschenk, - kam mir sehr apropos u. war mir wirklich im Moment viel angenehmer als Toilettegegenstände, - denn da ich doch auch Robert eine Freude machen wollte, - u. seit des gütigsten Vaters immer offene Hand, - sich [insertion] mir [/insertion] verschloßen hat, - wollen meine Kassenverhältniße sich gar nicht mehr heben, - u. so konnte ich erst dann meinem Mann ein schönes Geschenk bestimmen als ich Aussicht hatte von Dir so reich bedacht zu werden.- Und es ist so schön, geben zu können, - Andere erfreut zu haben. -
Außerdem wurde ich auch von Richard u. Tante mit den andern Nothwendigkeiten versehen, - so daß ich wirklich nach allen Seiten sehr befriedigt war. - Ich werde in meinem beiliegenden Briefe an Fanny die ganze Bescherung ausführlich schildern
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Da Richard uns Hoffnung gegeben ihn an Neujahr hier zu sehen, - halten wir seine Christkindchen einstweilen hier zurück, - so Gott will warten wir nicht umsonst. - Er bekommt von uns, auch unsere beiden Photographien, - u. die selben Pantoffel wie Du; - von Tante, Vorhänge in sein Zimmer u. auch ihr Bild. -
Anbei, - sende ich Dir die Nota von Fröhlich, - auf der Rückseite, - findest Du das Verzeichniß der Ausgaben, wegen der Manz'schen Rechnung will Robert morgen fragen wie viel sie beträgt. -
Gestern bekam ich von M. Esebeck einen Brief; darnach hat sie die Pariser Reise aufgegeben, - sie amüsirt sich zu gut in Bamberg, als daß sie es verlassen mögte, - namentlich während des Carnavals; auf meine Bitte, - gab sie mir für Fanny billige u. gute Adressen in Paris an; sie selbst hat da schon hübsche nicht zu schwere Seiden- kleider im Preise von 50 frcs. gekauft, - bemerkt sie ausdrücklich dazu; also wenn Fanny etwas braucht, - merke Dir die Adressen : - Die 1te "[underlined] Au bon marché rue du Bac [/underlined]. Die 2te "[underlined] Le petit St. Thomas [/underlined] ebenfalls [underlined] rue du Bac [/underlined]. es sollen vorzügliche Magazine sein. -
Doch nun mein lieber Bruder, Adieu für heute, - ich gehe nun zur Kirche u. dann essen wir nebst Frau Hagemann bei Tante. - Morgen schreibe ich Fanny u. die beiden Briefe kommen Euch dann mit den Christkindchen zu. - Nochmals den wärmsten Dank, - u. die besten Grüße, von Robert u. Deiner Emma.
