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Deine Grüße an Maria v. [Esabet?], - werde ich morgen schriftlich ausrichten; dieselbe ist nämlich schon seit 2 Monaten von hier fort, gleich Dir, konnte sie das hiesige Klima nicht vertragen, war fortwährend krank u. zwar so, daß die Ärzte an ihrem Durchkommen zweifelten; sie brachte Wochen in Gleisweiler zu, - von einem Heidelberger Arzt behandelt - ist nun wieder hergestellt, - aber die Ärzte erklärten, daß ein längerer Aufenthalt hier ihr Ruin sei, - so suchte sie dann ihre Entlassung nach, - u. hat sich nun in Speier eine hübsche Wohnung gemiethet, u. will dort ferner leben, d. h. wahrscheinlich so lange als Schulze dort in Garnison ist. - Sie thut mir zu leid, das ist auch eine von denen, die wenig Glück in Allem haben. - Du lieber Heinrich, wirst nun wohl schon auf der Reise zu den Verwandten sein, - ich mögte Dich gerne auf dieser Excursion begleiten, um diesen uns so ganz fremden Theil unsrer Familie kennenzulernen, - ich rechne sicher darauf, daß Du Photographien von ihnen mitbringst, damit ich mir ein Bild von ihnen entwerfen kann. -
Während ich Dir schreibe, ist Vater in der Sitzung, - ich denke, wenn er nach Hause kommt fügt er diesen Zeilen, noch ein paar Worte an Dich bei; es ist ihm leid, - daß Du bei den Briefen nachzahlen mußtest, - er glaubte sicher gut frankiert zu haben; ich redete ihm zu es dieses Mal ganz zu unterlassen, er wollte aber nicht recht, darauf [?] eher bis jetzt. - Hoffentlich treffen Dich diese Zeilen, - wohl u. glücklich; meine Gedanken sind so viel bei Dir, u. Alles was wir von Amerika hören, ist nun von doppeltem Interesse für uns. - den übrigen Raum, will ich Vater lassen, darum sage ich Dir "Lebe wohl". - Herzlichen Gruß u. Kuß von Deiner Emma - Soeben bekomme ich einen Brief von meinem Manne, er enthält nur Gutes, - u. es heißt darin: "wenn Du dem Amerikaner schreibst, viele Grüße."
