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[roman:] Strassburg October [/roman] 17 th 1878
Meine liebe Schwester von Hoefeln. Gottes
Gnade zum gruß. Dir samt Deiner werthen Familie
Schon lange wollte ich Dir schreiben wurde aber immer
verhindert. Dachte desto mehr an euch, und war viel mit
meinen gedanken bei euch ihr lieben, Hoffentlich geht es euch
noch wohl nach Leib und Seele, und sollte es auch dem Leibe
nach nicht immer nach wunsch gehen, so wissen wir ja auch das
Denen die Gott lieben alle Dinge Zum besten dienen. und das
uns nichts in dießer Welt von der liebe Gottes scheiden kann
Trübsal oder Angst. oder d g. dießes haben wir ja auch schon erfahren,
und können sagen bis hieher hat uns der Herr geholfen. Wie
unsere Reiße abgelaufen habt ihr wohl schon längst im Botschafter
vernommen, auch das wir bei der lieben Schwester waren, ja die
l Schw habe ich auch gesehen war mit dort in Kirchheim. wir
fanden in ihr eine sehr liebe Frau, auch die junge Frau ihre Tochter
welche uns zwei liebe Kinder vorstellte, einen Knaben und ein
Mädchen. schade das wir nur so kurze Zeit bei ihnen weilen konnten.
Mein l Mann ist gegenwärtig nicht zu Hause ist nach Zofingen
in die Schweiz wird etwas über eine woche ausbleiben wohnt dort
einer Districkt Versamlung bei, hat auch auf den weg Heim eine
Virt[e]l Jahrsversamlung zu halten. seine Gesundheit ist so mittelmäßig
Straßburg ist keine so sehr gesunde Stadt es ist alles so dicht an
einander gebaut hohe [strikethrough:] Stf [/strikethrough] Steinerne Häußer, auch viele enge Straßen
doch wohnen wir glücklicher weiße in einer von den breiten Straßen
es ist viel Nebel hier von wegen den vielen Wassern die hier fließen
Ungefähr eine Stunde von hier fließt der Rhein durch und bildete früher
die scheide wand oder grenze von Deutschland und Elsas [strikethrough:] das [/strikethrough] doch dießes
ist jetzt vorbei, die einrichtung und gebräuche sind verschieden hier von
Würtemberg auch die Sprache man vermengt hier [insertion:] das [/insertion] Deutsche mit dem
Französischen so wie man in America das Englische und Deutsche;
und so wußten wir oft nicht was die Leute meinten wen sie zu uns
redeten doch jetzt verstehen wir schon besser. Aller anfang ist schwer
das mußten wir auch erfahren wie schon ofters, doch, ganz besonders
hier. waren sehr froh als wir wieder einmal Häuslich eingerichtet
waren , man ist hier sehr in gefahr betrogen zu werden wenn
man einkäufe macht mehr so als in Amerika, es geht fast immer
eine Schw mit mir wen ich etwas zu besorgen habe, im Werk
Gottes gehts hier in Elsas überhaubt viel schwerer zu wirken als
in andern Orten als in Würtemberg oder Schweiz oder Nord
Deutschland wie dieses gerade kommt, kann ich nicht bestimmt
sagen die ursachen sind verschieden, viele Leute können kaum
lesen und sind durch weg sehr unkundig in der heiligen Schrift
