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Transcribe Page - Friedrich Finckh to Charlotte von Höfeln, December 16, 1863

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Höfeln family letter, December 16, 1863, page 2 - image of

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dem Unglaube auch der falsche Glaube mit seiner Wundersucht u. seinem Große=Thaten=Thun =Wollen sich ausbreitet, immer schwieriger zu behalten u. durchzuführen seyn, u. nur den Blick auf die künftige Herrlichkeit wird die Treuen, die aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werden zur Seligkeit, im Feuer der Trübsal retten bis zur Wiederkunft des Herrn, wo sie ihn sehen dürfen von Angesicht zu Angesicht u. sie sich freuen mit unaussprechlichen u. herrlicher Freude. Um dieses herrlichen Zieles willen trägt das wahrhaftige GottesVolk seine Lasten gern wenn es einem im einzelnen Fall auch oft schwer wird, u. es tägliche Selbstüberwindung kostet, daß man wie andere seine Hand ausstreckt nach der Ungerechtigkeit. Auch mir ist nicht wenig aufgelegt, wenn ich meine Lage mit der mancher meiner Altersgenossen u. Freunde vergleiche. Die Meisten meines Alters haben bereits eine feste Stelle, seis als Pfarrer, seis als ständiger Ver= weserer Ich dagegen muß immer noch [?]warten[/?], komme seit den 2 letzten Jahren je auf 4 Stellen [insertion:]u. bin seit 10 Jahren auf 14 Stellen gewesen.[/insertion] Zu Anfang des Jahres 63 war ich [insertion:]als Amtsverweser[/insertion](in [?]Zainingen[/?]) auf der Alz, 5 Stunden von hier, von dort kam ich nach Wendlingen, wo im Januar Pfarrer Flatt gestorben war. Dort fand ich auf 8 Monate Ruhe u. hatte auch das Vergnügen, meine Mutter 2 Wochen als Haushälterin bei mir zu haben. Im October kam ich abermals auf die Alz in die Gegend von Geislingen ob Göppingen u. übermorgen ziehe ich nach [?]Grözingen[/?], wo der Pfarrer vor 14 Tagen gestorben ist. Dort werde ich etwa 6 Monate bleiben dürfen, bis die Wittwe abzieht. Es ist mir lieb, daß ich dort wieder in einer Familie bin, während ich vorigen Winter einsam in einem Hause lebte u. oft nur die Mäuse zu Gesellschaftern hatte. Auch habe ich von dort aus Gelegenheit, die Tanten in Nürtingen, die eben immer leidend sind - namentlich T. Marie, welche auszugehen scheint - zu besuchen. - Die l. Auguste [insertion:][right margin, rotated 90 degrees, from bottom to top] Der Mann der Auguste ist solid u. von gutem Charakter. Das Geschäft geht weniger als zu wünschen ist. [/insertion] ist wie Du wohl weisst, Mutter von 3 Kindern geworden - die 2 älteren sind Knaben. Das jüngste ein Mädchen, es wurd am Ostermontag geboren u. war den Sommer über kränklich. Seit Herbst gedeiht es - es heißt der Mutter nach: Johanna. Auguste hat eine sehr unruhige Haushaltung, 2 Mägdt, einen Gehilfen u. einen Lehrjungen [insertion:]zu versorgen, dazu noch einen grossen Garten zu bebauen[/insertion] - daher sie nur zu den nöthigsten Briefen kommt, u. Du [?]ihr[/?] ihr Stillschweigen nicht übel nehmen mußt darfst. Daß die l. Mutter von Zeit zu Zeit sie auf ein paar Monate besucht, ist ihr Freude wie Erleichterung.


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