Höfeln family letter, March 25, 1858, page 8 (formerly incorrectly numbered page 9) - image of
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jüngster Bruder von Mathilde. – Das herzogliche Schloß steht bis jetzt noch unbewohnt.
Von meinen Bekannten hat sich Julie Hauff mit dem hiesigen Apotheker Moll verlobt
u wird im Mai Hochzeit machen ich gehe lieber nach Schorndorf. Von unserem
Vetter Tritschler haben wir während seines Aufenthaltes wenig gesehen auf
heute Abend luden wir ihn zum Essen ein; Babette wird sich sehr auf das Wieder=
sehen freuen, wenn sie nur mit Gottes Hilfe glücklich über das ihr bevorstehende
Ereignis hinüber kommt, das gleich wünsche ich auch Dir liebe Lotte, aber
jetzt wenn es nun 3 K. geworden sind wirst Du doch eine Magd nehmen, daß Du
deinen Körper nicht zu sehr anstrengst. – Noch habe ich Dir nichts von
meinem Bruder geschrieben er ist zu unserer Freude u Hilfe in mancherlei
Angelegenheiten immer noch in Bissingen, besonders freut mich diese
Nähe für die l Mutter wenn ich einmal fort sein werde.
Unsere Evangelische Kirche hat gegenüber der katholischen vorigen Sommer
eine große Beeinträchtigung erlitten durch das Conkordat das unser König
mit dem Päpstlichen Stuhl abschloß, u worin den Bischöffen viele u gefährliche
Rechte eingereimt sind, in nächster Zeit soll es vor den Kammern verhandelt
werden. – Ich bin glücklich daß ich in meinem Heinrich einen ruhigen Mann
habe, der deinen einfachen biblischen Glauben hat, in dem ich mich mit ihm[paper fold]
eines fühle, ich fühle es jetzt schon man läßt sich durch das Andere leicht zu
etwas bestimmen, an das man vorher nicht gedacht hätte. auch nehmen mich
meine Brautschaft u die Geschäfte auf Besuch machen die sie mit sich bringt
mehr meine Gedanken in Anspruch. – Die Wiederbringung aller Dinge habe
ich gelesen u hat mir besonders das von dem l Großvater gesagte wohl gefallen
auf daß wir doch alle drüben einmal vereinigt werden, das laß unsere
Hauptsorge u Anliegen sein; schon ist die Hälfte meiner Brautzeit
verflogen u die andere wird ihr rasch folgen. wenn man im Glück ist
merkt man es gar nicht. Schließlich empfehle ich Dir meinen
lieben Bräutigam er hätte Dir selbst einige Zeilen geschrieben wäre
er hier gewesen am nächsten Sontag wird er kommen. Recht herzliche
Grüße von allen Verwandten und Bekannten besonders der l Mutter
u Friz. auch Grüße an Deinen lieben Mann, Deiner Beschreibung
[left margin, rotated 90 degrees, top to bottom] nach denke ich er würde gut zu Heinrich passen; zwischen uns bleibt es beim Alten ich bin mit inniger Liebe u einem herzlich Kuß auch Deinen Kindern Deine tr. Auguste Finckh
