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Onkels mit mir zu Dr Ludwig in Stuttgart, der schickte mich nach Cannstadt dort sollte
ich Molken mit einem Mineralwasser trinken, u ihn den hohen Herren einmal
wieder fragen- Wir giengen nach Canstadt mietheten uns ein Privatlogis
in der Nähe des Cursaals, mittlerweile wurde es mir immer übler ich konnte
beinahe gar nichts dickes mehr schluken, u keinen lauten Satz mehr sprechen.
Da gieng die l Mutter zu Kreusers in Stuttgart, nun kam der Dr Kreuser, Albert,
zu mir heraus, untersuchte mich u. sagte es sei durchaus nicht gefährlich, aber
¼ Jahr werde es dauern bis ich wieder gesund sei, es sei eine schleichende
Halsentzündung deren Siz im Unterleib zu suchen sei, ich soll jetzt nur
3 Wochen nichts sprechen, als was ganz nöthig sei, nichts beißen, eben Suppen
?affe u weichgekochte Gemüsse essen, mich am ganzen Körper mit kaltem
Wasser waschen damit ich abgehärtert werde, u brav abführende Wasser
trinken, mit Molken; das ist bald gesagt, aber ein arg lang weilige Cur
nun gottlob die Zeit gieng auch herum, nach u nach fühlte ich die so sehr
geschwächten Nerven sich bessern u die große Müdigkeit verlor sich,
ich konnte wieder weiter gehen, aber 11. Wochen mußte ich u die liebe
Mutter in Cannstadt bei mir aushalten; während dieser Zeit hiehlten
3 Tantinen von Nürtingen bei uns Haus; nun gieng d. l Mutter heim
ich mußte noch 5 ganze Wochen [insertion:]in Stuttgart[/insertion] bleiben wo noch allerlei Curen mit dem Hals ge=
macht wurden, nun war es September geworden, Albert meinte eine Traubencur
würde für mich zweckmäßig sein, er schikte mich ins Badische Oberland, nach
einem reizenden Aufenthalt, Badenweiler bei Freiburg, dort gibts
in fast allen Brunnen warmes Wasser, milde Luft, dort wachsen Trauben
u über den Weinbergen erheben sich riesige Tannenwälder; nach 14 Tagen
kamen wir endlich heim, ich Gott sei Dank gesund, wenn auch noch etwas
schwach, nun durfte ich noch nach Stuttgart in den Herbst zum [insertion:]alten[/insertion] Herrn Kreuser
er hatte mir den ganzen Sommer über unendlich viele Liebe bewiesen,
hier war es nun eine Lust, die Fülle süßer Trauben, u ich durfte
u sollte essen so viel ich konnte; auch hier in Kirchheim aß ich noch
viele Trauben, sie brachten meinen Unterleib wieder in Ordnung.
So war ich nun wieder bei der l Mutter, u konnte ihr ein wenig helfen
in der Haushaltung. Tante Caroline war den ganzen Sommer in
Boll gewesen, im November kam sie heim, zu ihren Schwestern, etwa
8 Tage war sie krank gesund zu Hause etwa da befiehl sie ein Nervenfieber
das nach 3 Wochen ihrem Leben voll Sorgen Kummer u Unruhe ein
Ende machte, die zärtlichen Schwestern fühlten natürlich diesen Verlust
schmerzlich, aber Gott hat es gut gemacht, u uns eine rechte Last vom
