Adam Holl, Jr. to Johann Georg Holl, December 27, 1908, p. 1 - image of
« previous page | next page » |
To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).
Current Page Transcription
[?]Oberpreuschwitz[/?], den 27. Dezember 1908
Sehr liebwerter Onkel!
Da ich im heurigen Jahre so träge und lässig war mit dem Schreiben, so bitte ich um Verzeihung und will Euch in diesem Jahre noch einmal schreiben. Ich kann Euch "Gott sei dank!" mitteilen, daß wir im vergangenen Jahre Alle gesund und glücklich waren. Wir hatten eine recht günstige Frühjahrssaat. Heu, Getreide und [?]Grummet[/?] gab es in überreichen Maaßen; Auch Kartoffel und Rüben hatten wir soviel gebaut, wie ob fast noch nie gebaut wurde. Runkelrüben sind uns aber sieben Fuder erfroren, welche wir sogleich füttern mußten, auch weiße Rüben haben wir die Hälfte, etwa, 7 Fuder, [illegible] müssen, weil sie erfroren sind. Dennoch haben wir aber für den Winter noch zu füttern genug. Was ich Euch von Euren Geschwistern mitteilen will, so sind dieselben Alle gesund und wohlauf, aber niemals kommen Sie zusammen, ohne von Euch und von Eurer Familie zu sprechen, und wir [?]meinen[/?] oft, wenn wir nur Euren Besuch [illegible] könnten, aber ich glaube, es kommt nicht soweit, denn es hat ja auch jedes Alle Hände voll zu tun, besonders mein Pate in [?]Troschenreuth[/?], es gehört wirklich ein guter Wille und Geduld dazu, wenn einer zwei solche Ämter zu verwalten hat, als Bürgermeister, und [?]Rechner[/?] beim [?]Darlehenskassenverein[/?], ich weiß es aus Erfahrung.
