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[roman:] Hazeldell, Nov. [/roman] 3. 1858.
Meine liebste Mutter!
Heute ist Lilian ein Viertel= jahr alt, u. mach ihrem Alter Ehre. Sie ist dick u. groß geworden seitdem sie hier ist u. ist ein gutes Kind dabei. Während ich schreibe liegt sie nicht weit von mir auf dem Bett, strampelt u. fechtet mit den Armen nach Herzenslust u. macht Ver= suche zu sprechen, welche ihr aber nur dann recht gelingen, wenn Jemand sich die Mühe giebt in ihrer eignen Sprache sich mit ihr zu unterhalten; dann kom= men die wunderlichsten Töne u. in lan= ger Folge zum Vorschein u. dazwischen lacht sie über u. über u. sieht so zufrieden aus u. sieht sich so munter nach allen Seiten um. Ihre Augen werden immer größer, dunkler u. glänzender. Es ist jetzt kein Zweifel mehr daß sie braun sind, u. ihr Vater hat eine große Freude darüber. Wenn Ihr sie nur einmal in ihren weißen Kleidchen sehen könntet, sie stehen ihr so reizend. Auch Strümpfchen trägt sie schon, weil ihre Füßchen immer so kalt waren. Lisbeth hat sie unterwegs von weißer [?] alle gestrickt.
Wenn ich daran denke daß Ihr zur Zeit
noch immer nichts von unserer glücklichen
Ankunft wissen könnt, so fühle ich große
Betrübniss u. denke - ach, wenn es doch nicht
so gar weit wäre. Als ich Hamburg verließ
da fühlte ich recht lebhaft u. schmerzlich wie
der deutsche Boden hinter mir wich u. in
den ersten Tag auf der See kam [insertion:] dünkte [/insertion] mich
der zwischen uns sich legende Raum
von riesenhafter Ausdehnung. Das gab
sich indessen je näher wir dem Ziele
kamen u. ich weiß nun daß die
Reise zwischen Europa u. Amerika nur
nicht so lang u. schlimm ist u. sogar
