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[roman:] New York, Okt. [/roman] 21. 1858.
Meine liebste Mutter!
Könnte ich diesen Brief durch die Luft nach Gotha schicken, so gäbe ich viel darum! Wahrscheinlich hast Du schon tüchtig Dich abgesorgt ehe Du ihn empfängst, aber freue Dich, daß es vergeblich war. Wir sind ganz glück= lich hier angelangt, wenn auch erst gestern Morgen u. somit viel später als wir erwarteten. Die größte Zeit unserer Seefahrt hatten wir ungünstigen Wind u. konnten nur langsam vorwärts kommen, dabei aber war das Wetter meist schön u. die See, nachdem wir [roman:] Southampton[/roman] verlassen hatten, nur zweimal eine Nacht u. einen Tag lang sehr hoch. Ich bin gar nicht wieder seekrank geworden, wohl aber Lisbeth, die dabei noch obendrein bei einer starken Schwankung des Schiffes hin= fiel u. so jämmerlich schrie daß ich glaubte sie wäre dem Tode näher wie dem Leben. Unglücklicherweise war zugleich auch ein Neger=Aufwärter (der Neger welcher früher bei Herrn von [roman:] Leesen [/roman] war) gefallen u. über sie her= gestürzt, so daß der Schrecken daß schlimmste war u. sie den ganzen Tag über für mich nicht wieder sicht= bar wurde. Wir mussten wieder [roman:] John [/roman] zu Hülfe rufen, wenn Lili
