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dem das königliche Paar in
u. Vor der Hauptkirche im großen
Staate beiwohnen muss. Je=
dermann erscheint dann mit brennen=
den Kerzen in der Hand u. dem
Jubelruf: "Christ ist erstanden!" auf
den Lippen, worauf die Antwort
lautet: "Ja, wahrhaftig ist er er=
standen!" Seit gestern sind die
Läden festlich geschmückt u. durch die
Hauptstraße besonderns eine große
Anzahl von Buden gebaut, die auf's
bunteste u. lustigste mit Laubgewin=
den, Blumensträußen, bunten Wachs=
kerzen, rothen u. andern Eiern
ausgeschmückt sind. Viele der Kerzen,
von oben bis unten von künstlichem
Geflechte von Goldpapier= u. Silber u.
farbigem Papier umschlungen hängen
als glit in Form glitzernder Kron=
leuchter von dem obersten Ende der
Bude herab u. dazwischen sind grüne
Vogelbauer mit singenden u. zwitschern=
den Vögeln angebracht u. so viel bunte
Bilder als der Eigenthümer nur
aufbringen konnte. Des Abends ist
das größte Treiben um diese Buden,
die dann hell illuminirt sind.
Ich werde sehen ob ich noch einen Brief an Onkel u. Tante in [?] zu stande bringe u. ihn dann zu weiterer Beförderung an Dich mitschicken. Ein Veilchen aus dem botanischen Garten lege ich auch noch für Dich bei. Grüße den lieben Vater, die Kinder u. Alle Verwandten u. Freunde herzlich.
[margin:] Wird es [roman:] August [/roman] nicht ein wenig bange in eine so große, weite [/margin]
[page 3; margin:] fremde Stadt versetzt zu werden? Er wird aber doch [?] [/page 3; margin]
[page 2; margin:] haben, das ist ein Trost. Ich kann mir unser Haus gar nicht ohne [/page 2; margin]
[page 1; margin:] ihn denken. Nochmals tausend Grüße u. Gott behüte Dich, meine liebe Mutter! Deine T. Marie [/page 1; margin]
