Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, February 26, 1858, p. 1 - image of
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Athen, Febr. 20.
1858.
Meine liebe Mutter!
Noch habe ich keinen Brief von Dir erhalten u. weiß nicht ob das Dampfschiff noch nicht angekommen, oder ob ich diesmal ohne Nachricht von Gotha bleiben soll. Es war eine einsame Woche die ich verlebte, vorgestern aber hatte ich einen Brief von Bayard. Er war glücklich in [roman:] Khania [/roman] angekommen u. entzückt von dem Hafen, der dahin= ter aufsteigenden grünen Ebene u. den prächtig sich erhebenden "Weißenber= gen". Am letzten Mitwoch [sic] gedachten die Reisenden ihre Tour in das Innere der Insel anzutreten. Das Wetter war, wie ich prophezeite herrlich als Bayard von hier fortging u. der darauffolgende Tag köstlich frühjahrlich, ich konnte ein Zeitang bei offener Balkonthüre sitzen. Dann aber ward es regnerisch; obwohl höchst wohl= thuend milde u. warm, u. aus dem Regen ist seit den letzten Tag wieder Sturm geworden, kurz die alte Leier. Der Regen verdarb leider das Fastnachtsfest. Grch's Fastnacht fällt dies Jahr zufällig mit dem unsrigen zusammen, wird aber von den Griechen schon Montag gefeiert, Dienstag ist bereits Fasttag - u. wie streng fasten die Griechen, nicht einmal Eier u. Butter essen sie bis Ostern. Auch für uns geht dadurch eine schlimme Zeit an, kein Fleischer schlachtet, [?] ist das Fleisch was man
