Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, February 19, 1858, p. 1 - image of
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Athen, Febr. 19. 1858.
Mein Bayard, mein lieber guter Mann!
Was soll ich Dir zuerst sagen von allem dem was sich vordrängt u. auf einmal herausmöchte? Ich werde mich indessen zu einer gewissen Reihenfolge zwingen müssen, um Dir nicht einen Brief mit durcheinander gewirrten Gedanken zu schicken. Dein lieber Brief kam gestern Abend an, nachdem ich den ganzen Tag vergeblich darauf gewartet hatte. M'me V. brachte mir ihn als ich schon zu Bette lag u. - oh, mit welcher Hast griff ich danach, mit welch freudigem Herzen laß ich die wohlbekannten Züge! Dank, dank mein Bayard, daß Du mir so pünktlich u. so viel geschrieben hast. Sei ohne Sorge meinetwegen. Meine Gesundheit ist wie gewöhnlich, nicht besser u. nicht schlechter als in der letzten Zeit. Um meine Einsamkeit besser ertragen zu können beschäftige ich mich fast un= aufhörlich u. greife nach allen Zerstreu= ungen die mir erreichbar sind: ich fühle das als doppelte Pflicht; demnach aber wird die Trennung von Dir, mein guter Mann, mir recht schwer. Ich dachte erst ich würde mich allmählig mehr an Deine Abwesenheit gewöhnen, allein bis jetzt fehlst Du mir noch, ebenso als am ersten Tag. Das darf Dich aber nicht
