Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, February 11, 1858, p. 4 - image of
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weder Schmerz noch Thränen dringen können. Er ist sichrer dort aufge= hoben als wir Alle hier.
Über Onkel Brauns Besserung freue ich mich sehr; ich werde ihm ihm nun auch Wort halten u. ihm schreiben.
Über die Nachricht von der Mamsel [sic] bin
ich nicht so sehr enttäuscht, ich hatte mir ge=
dacht daß sie nicht einwilligen würde. Minna
wurde ich ebenso gern mitnehmen, nur müsste
sie sich verpflichten das halbe Jahr von Ostern
bis Michaeli dazu anzuwenden das Kochen
regelrecht zu erlernen. Ich werde sie dafür
entschädigen wenn sie es verlangt. Ferner
müsste sie sich auch verpflichten in jedem
Falle 2 ganze Jahre bei mir zu bleiben
(ich fürchte nämlich daß sie sich in Amerika
schnell einen Mann findet, da sie jung u.
hübsch ist. Ich schreibe Dir darüber, nicht
weil ich wirklich glaube daß sie mit mir
gehen wird, sondern nur um damit,
im Falle sie unentschlossen sein sollte, Du
ihr die Sache klar machen kannst. Ist
es nichts mir ihr so lass doch nicht ab Dich
nach einer Andern umzusehen; zu weilen
ist der Zufall günstig, u. ich werde mit
jeder deutschen - wenn sie nur ehrlich u. nicht
gar zu ungeschickt ist - besser daran sein, als
mit eine Irländerin oder Negerin, denn
Amerikanerinnen dienen nicht.
Der kleinen Lina Krankheit betrübt mich, ich höre hoffentlich bald bessere Nachricht durch Dich. Grüße den lieben Vater u. die Kinder auf's Herzlichste; Tante [roman:] Auguste [/roman] u. alle andern l. Verwandten u. Bekannten sage gleichfalls die freundlichsten Grüße. Heute Nachmittag um 4 Uhr gehen Bayard u. John fort. Bayard dankt sehr für die Zeitungen u. grüßt herzlichst. Ihr hättet sie nicht frei machen sollen. Gott sei mit Dir! Deine Dich innig liebende Tochter Marie.
