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lung von dichterischer Laune für sie als
Geburtstagsgabe verfasst. Bayard
hat in diesen letzten Tage sehr eifrig
für die [roman:] Tribune [/roman] geschrieben - u. was
für herrliche Briefe! Ich wollte Ihr könntet
sie lesen. Auch mit Skizziren ist er fleißig
gewesen u. ich freue mich auf die Zeit wo Ihr
es selbst sehen werdet. Die [roman:] Akropolis [/roman] hat er
von den verschiedensten Seiten aufgenommen
u. eine jede Ansicht ist ein neues u. reizen=
des Bild geworden. - Heute ist des Königs
Jubiläum, was in Rücksicht auf seine Gesund=
heit hier gefeiert wird. Die ganze Feier ist
nichts besonderes u. die getroffenen Ausschmü=
ckungen beinahe erbärmlich u. doch nicht ohne
Anspruchsvolligkeit. Säulengänge, Triumpf=
bögen etc sind von Muslin gebaut u.
sehen nur von Weitem nach etwas aus. Dennoch
macht das griechische Volk das Fest in gewisser
Beziehung eigenthümlich u. malerisch. Wir
waren vorhin aus u. kamen gerade zur
rechten Zeit den König durch eine der Haupt=
straßen nach der Kirche fahren zu sehen.
Das beste dabei war ein Trupp von griech. Land=
leuten aus verschiedenen Theilen des Landes, in
ihrer malerischen Kleidung, mit fliegenden Fahnen
in der Hand, die im wilden Sturm u. durch=
einander jauchzend dasn Wehen des königlichen
Zuges meldeten. Nach ihnen kamm [sic] eine Abtheilung
Dragoner u. darauf folgte der königliche Wagen
mit einer [roman:] avant - garde [/roman] von Landleuten, die
in ihren dem Körper sich anschmiegenden Män=
teln von weißer langhaariger Schaafswolle
u. dem vollen, lang den Nacken hinabfallen=
dem Haar ein wildes Aussehen hatten.
Ihre gebräunten, bärtigen Züge aber waren
aufgehellt von freudigem Stolz über den Ehren=
platz den man ihnen vor dem Wagen des Königs
eingeräumt hatte. Der König sah sehr gut aus u.
grüßte freundlich, neben ihm saß die Königin u.
auf dem Rücksitz Prinz [roman:] Adalbert [/roman] von [roman:] Baiern [/roman]. - Durch
[roman:] Mrs. Hill [/roman] bin ich vor einigen Tagen der [roman:] Grande - maîtresse [/roman]
Fr. von [roman:] Bluskow [/roman] (aus Mecklenburg) vorgestellt worden u. habe
Frl. [roman:] Lidoricki [/roman], erste [roman] Dame d'honneur [/roman] der Königin kennen
gelernt. - Ich muss jedoch schließen da mein Papier zu Ende ist u.
[margin:] die Poststunde gleich schlägt. Onkel Brauns langwierige Grippe thut mir von Herzen leid. Grüße [/margin]
[page 1, margin:] den lieben Vater. Die Kinder u. Alle die sich meiner erinnern tausend Mal. Viele Grüße von * [/page 1 margin]
[top of page 1:] * Bayard. Gott schütze Dich meine liebe Mutter. Deine Tochter Marie. [/top of page 1]
[top of page 1:] Das Blümchen ist aus Eleusis. Ich vergaß es früher mitzuschicken [/top of page 1]
