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Hotel Vitalis. Athen.
Jan. 22. 1858. Abends.
Meine liebe Mutter!
Dein lieber Brief vom 12 Jan. kam diesmal des günstigeren Wetters wegen schon gestern (Vormittag) in meine Hände, von Tante Bufleb aber, die mir Deinem Briefe nach auch geschrieben haben sollte, habe ich noch nichts gehört; ich hoffe der Brief ist unterwegs u. nicht verloren gegan= gen. Daß Deine Gesundheit sich so leidlich verhält macht mich sehr froh zu hören, ich hatte es kaum erwartet, daß Du Dich so bald erholen würdest; Gott gebe daß es immer besser werde! - Vor 2 Minuten haben wir, zufällig etwas Punsch hebend, auf [roman:] August's [/roman] Wohl angestoßen u. "daß er recht flott u. vergnügt tanze." [roman:] John [/roman] meinte nämlich nach der Schiffszeit wäre bereits der 23. Jan. angebrochen u. wir brauchten mit unserm Toaste nicht bis morgen zu warten. Nachdem wir letzten Montag den allerschlimmsten [insertion:] winterlichen [/insertion] Tag gehabt haben haben - Schnee u. Sturm, beinah Orkan - scheint sich das Wetter endlich früh= jahrlich anlassen zu wollen. Unsere Wohnung liegt so vortheilhaft, daß sobald die Sonne sich zeigt es sommerlich bei uns aussieht u. un= ser Feuer uns zu warm wird. Gestern war es klar den ganzen Tag, die Sonne ging herrlich unter u. wir machten alsogleich Pläne für den heutigen Tag. Lange hatten wir schon daran gedacht eine Tour nach Eleusis zu machen, dem Orte an dem der berühmteste Tempel der Ceres stand u. die [roman:] Eleusischen Feste [/roman] gefeiert wurden, u. von wirklich gutem Wetter, einer lauen, milden Luft begünstigt, fuhren wir heute dahin, begleitet von [roman:] François Vitalis [/roman]. Wir hatten einen höchst angenehmen Tag. Um 9 Uhr fuhren wir fort, über die Ebene
