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Transcribe Page - Eugen Haas to Eugen Klee, February 8, 1926

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Eugen Haas to Eugen Klee, Feb. 8, 1926, p. 6 and p. 7 - image of

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[page 6 (sheet 5, left-hand side):]

Mein Herz, meine Seele hängt an Euch. Es ist die große Liebe, die mir meiner Mutter in mein He[insertion:]r[/insertion]z gepflanzt, als sie im traulichen Stübchen mit Vater und Großvater mir von dem fernen Onkel erzählt. Es ist die große Liebe und Achtung die mir Tante abgezwungen hat durch ihre edele Seele, vor der ich mich als etwas Höherem, als ich es besitze, beugen muß. Liebe Tante, ist es – ruhig betrachtet – viel= leicht nicht erhabener, viel gewaltiger, die Art und Weise, wie Du und ich uns kennen lernten – als wenn wir uns in süßlichem Getue, wie die Menschen so oft in schmeichelndem Betruge anwenden, kennen gelernt hätten? Ich meine – trotz aller Bitternis, die dabei war – sind unsere Herzen, gerade durch das ständige damit beschäftigen zu den Grundpfeilern der Brücke geworden, von der Onkel in seinem letzten Briefe schrieb. Durch diese Mehrjährige Kampfzeit waren wir gezwungen ständig aneinander zu denken, mußte sich eine Seele mit der anderen be=

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schäftigen und ich meine dadurch sind wir uns näher gekom= men, als das je anders möglich gewesen wäre. Aus aller Bitternis heraus hebt sich glänzend, strahlend Deine edele Seele „das gute Herzel“, wie es Onkel nennt, die verzeihend über allem steht und mich zu Deinen Füßen zwingt, freiwillig mich vor die beugen läßt. Wäre das Leid nicht so groß gewesen, hätte das Verzeihen nicht so groß sein können.

Wenn mich, nun Ihr fort seid, das Heimweh quält, dann setzt ich mich an Helenchens Klavier, das mir nun entgültig zu einem Preise von 1500 M überlassen ist, und webe meine Gedanken in die klingenden Akorte. Da wird sich mir das Motiv aufdrängen, das der Dichter in der heiligen Schrift so schön, vielleicht als das schönste, was darinnen steht, dargestellt hat:

„Das hohe Lied der Liebe!“

In diesem Sinne eine gute Reise und glückliche Landung,


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