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Transcribe Page - Theodor Engelmann to Margarethe Hilgard, February, 1838

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Theodor Engelmann to Margarethe Hilgard, February, 1838, p. 1 - image of

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St. Louis, Februar 1838.

Geliebte Schwester,

ich habe dir recht lange nicht geschrieben, ich habe nie so wenig gewußt, wo die Zeit hinschwindet, als wie jetzt. Seit dem ich hier in St. Louis bin, hat die Zahl und Manchfaltigkeit der Verhältnisse und Geschäfte, in welche ich verwickelt bin, sich so ungeheuer vermehrt, daß es mir immer schwerer wird, mich aus diesem stürmischen La= byrinth zurück in die heimathliche Ruhe zu versetzen, auf deren Grund alleine der Gedanke an dich, und die Er- innerung an alles, was das Land meiner Kindheit Theures umfaßt, zu einem klaren, wohltuenden Bilde hervortreten kann - denn aus dieser Ferne betrachtet, trit das alles in einem lichten Punkt zusammen. Man kann gar nicht daran denken, daß man ebenso gut getrennt ist, wenn man in St Johann und Imsbach wohnt, als in St. Louis. Du glaubst gewiß auch nicht, daß ich von die Eltern u(nd). Geschwistern getrennt bin. In der That bin ich es auch nicht. Den ganzen Herbst und am Anfange des Winters habe ich fast jeden Sonntag bei den Eltern zuge= bracht. Ich habe immer ein Pferd hier gehabt, und habe jetzt eines von unserer Zucht, das, wenn Zeit und Wetter es erlauben mich in wenigen Stunden zur Farm trägt. Jetzt bin ich aber seit Neujahr nicht dort gewesen; ich warte aber nur, bis das Eis auf dem Mississippi wieder die Überfahrt auf dem anderen Ufer frei gibt, um wieder neuen Besuch auf dem Lande zu machen. Wie lange das Haus der Eltern noch der Sammelplatz für uns sein wird? Der Abgang Ludwigs mit Marianne muß nothwendig bedeutende Veränderungen zur Folge haben. Ich denke nicht gern daran, weil es mir scheint, als müßten die Eltern einen bedeutenden Verlust erleiden. Was sollen sie mit Josephine, Jakob u. Adolph auf der Farm? Und wie lange werden sie noch beim elterlichen Heerde bleiben?- Du wirst übrigens besserer Nachrichten direkt von der Farm haben, als ich dir geben kann. Erzähle ich dir lieber ein wenig von St. Louis, und dem Leben und Treiben der deutschen Bewohner dieser Stadt. Es haben sich hier Deutsche aus allen Klassen, und von jeder Stufe der Bildung angehäuft. Sie nehmen die nächste Stelle nach der schwarzen Bevölkerung ein, und finden sich dann in allen Klassen und allen Gesellschaften und stehen zuletzt wieder an der Spitze derer, die Anspruch auf wissenschaftliche Bildung und Gelehrsamkeit machen. Dem Amerikaner ist es durchaus unbe= greiflich, wie Leute aus einem und demselben Lande so durchaus verschieden sein können; denn die Amerikaner stehen sich fast ganz gleich, weil sie alle ziemlich dieselbe Gelegenheit des Unterrichts haben und sie auch gleichmäßig benutzen; und selbst Advokaten und Ärzte ihre Wissenschaften nicht anders lernen als wie der Schuhster und Schmiede sein Handwerk. Die Deutschen mögen wohl zur


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