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Transcribe Page - Theodor Engelmann to Margarethe Hilgard, January 21, 1837

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Theodor Engelmann to Margarethe Hilgard, January 21, 1837, p. 6 - image of

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[page 6:]

aber in der Mutter ihrem kleinen niedrigen Stübchen kann man so recht gemüthlich ums Kaminfeuer sitzen. Dort ist auch mein Plätzchen wenn ich zu Hause bin, u. von der Mutter ausex- aminirt [gemeint ist "ausgefragt" - examinieren] werde. Der Vater ist immer thätig, u. jetzt, seit- dem das Hauswesen so weit im Gange ist, daß die Ausgaben die Einnahmen nicht mehr übersteigen, auch viel weniger heftig, wie es mir scheint. Wenn das Stärkemachen geht, woran ich übrigens noch keinen großen Glauben habe, weil die Fruchtpreise so sehr hoch sind, so wird es immer besser, und der Aufenthalt bei den Eltern beneidenswerth werden. Wenn ich manchmal einen Tag oder zwei bei ihnen bin, so wird es mir immer hart, mich von ihnen zu trennen. Auch ohne die Starkefabrik glaube ich, daß das nächste Jahr schon einen kleinen Überschuss bei den Eltern liefern werde. Ein Jahr guter Viehstand sichert denselben schon ein ziemliches Kapital. Ludwig u. Johann sind jetzt auch mit den landwirthschaftlich Arbeiten vertraut. Doch wünscht man sehr, so weit zu kommen, daß letzterer entbehrt werden könnte; was leider noch nicht der Fall ist. Es könnte für beide Theile besser sein. Johann könnte mit wenig Mühe eine Anstellung auf einem Vermessungsbüreau erhalten die ihm wenigstens gleich $600 des Jahres eintrüge; u. Eltern und Geschwister würden von einem Scheinheiligen befreit. - Betti hat wenig Veränderung erlitten; sie hat sich geistig gar wenig entwickelt, ist aber recht brav und fleißig. Josephine wird immer liebenswürdiger u. hochachtungs- werther. Sie ist der Mutter großer Trost u. Stütze. Meine schönste Hoffnung ist, einmal so viel zu verdienen, um mir in der Ruhe von Eltern u. Geschwistern eine Farm anzukaufen, u. recht in Eintracht mit ihnen zu leben. Bis ich einmal so weit komme wirst du wohl auch dabei sein. Wenn du einmal hier wärst, so würde deine Furcht vor Sklaven u. Indianern sich gleich spurlos ver- loren haben, u. es würde dir so gut gefallen, daß du deinen Palast gerne mit einem Log- oder Framehause vertauschen würdest. Liebe Schwester, ich könnte u. möchte noch lange so mit dir fortplaudern, aber mein Brief muß doch einmal ein Ende nehmen, u. so mag es denn hier der Fall sein. Wenn dir meine Briefe gelegen kommen, so beantworte sie mir recht bald mit ein Paar freundlichen Zeilen, u. gleich soll wieder ein großer Brief an dich abgehen. Dies- mal habe ich fast schon zu viel geschrieben, gewiß wird dir Hilgard sagen, das viele Geschwätz tauge nichts. Ich habe ihm auch gar zu vieles untereinandergemengt. Jetzt hätte ich noch einen großen Brief an Frl. Schmidt bis zum Niederschreiben fertig. Es soll dies aber doch nicht eher geschehen, als bis die Bibliothek ganz geordnet ist, u. ich wieder neue Muse habe. Sage ihr einstweilen einen Dank für den empfangenen Brief, u. sei herzlich gegrüßt von deinem Theodor.


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