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magst Du an Dein Heim, Dein Elternhaus, gedacht haben.
Wie war es doch dort so schön! Wie glücklich habe ich mich
stets in Eurem lieben u. trauten Familienkreis
gefühlt! Was ist heute von den einst so frohen und
glücklichen Menschen noch übrig? Zwei tiefbetrübte
Männerherzen, und auch die leider noch getrennt
durch des Schicksals Tücke.
Dein Geschenk ist vorgestern angekommen. Ich sage Dir herzlichen Dank. Ich habe es, wie alljährlich, so auch wieder dieses Jahr für Eugenchen auf der hiesigen Sparkasse verzinslich angelegt. Für mich brauche ich wenig mehr, denn ans Leben mache ich keine Ansprüche mehr. Mir ob- liegt nur noch die Pflicht, die mir mein Malchen als heilig- stes Vermächtnis zurückgelassen hat, unser Kind zu einem brauchbaren Gliede in der großen Kette des Ganzen zu erziehen. Gewiß wird dann der Geist meines lieben Malchens als segnender Genius über uns schweben.
Recht gefreut habe ich mich über Deine schönen Erfolge, wovon Deine Konzerte Zeugnis ablegen. Wäre es mir doch auch einmal vergönnt, mich persönlich von Deinen Leistungen über- zeugen zu können! Leb wohl, mein Lieber, und sei herzlich gegrüßt und geküßt von Deinem treuen Schwager H. Haas.
Bestelle, bitte, auch freundl. Grüße an Deine Hausleute.
