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Otterberg den 17=ten Januar 1900
Wer ertrüge das lastende Leben, Wären uns nicht zwei Tröster gegeben: Thränen, - - um das Leid zu ertränken, Schlaf, uns in süß Vergessen zu versenken.
[Footnote: Möser, Albert. “Sprüche.” In: Prutz, Robert and Karl Frenzek (ed). Deutsches Museum. Zeitschrift für Literatur, Kunst und öffentliches Leben, vol 16 (Leipzig: Brockhaus:1866), 722. https://books.google.com/books?id=6Vs-AAAAYAAJ&lpg=PA722&dq=wer%20ertr%C3%BCge%20das%20lastende%20Leben%20w%C3%A4ren%20uns%20nicht%20Tr%C3%B6ster&pg=PA722#v=onepage&q=wer%20ertr%C3%BCge%20das%20lastende%20Leben%20w%C3%A4ren%20uns%20nicht%20Tr%C3%B6ster&f=false ]
Mein Lieber Cousin Eugen! Vorüber sind die schrecklichen Stunden des ewigen Scheidens, vorüber die thränen= reichen Stunden in denen wir die sterblich= en Überreste Deiner lieben einzigen Schwe= ster, sowie meiner einzigen threuen Cousine zur letzten Ruhe geleiteten! Wer kann das Schreckliche in seiner ganzen Größe fassen! Wer hätte, als wir am 18=ten Juni des ver= flossenen Jahres unsere Lieben in Call= bach besuchten, [insertion:]gedacht,[/insertion] daß in nicht ganz sieben Monaten alles so anders, ach so ganz – anders sei. Damals lachender Sonnen= Schein über all den üppigen blumen= [end page]
