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Transcribe Page - Amalia Haas to Eugen Klee, August 30, 1894

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Amalia Haas to Eugen Klee, August 30, 1894, p. 1 - image of

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Schmittweiler 30. Okt. Post Callbach 1894

Lieber Eugen!

Nach Empfang Deines letzten Briefes haben wir sogleich Schritte gethan um Dir recht bald die verlangten Werke zu schicken. Nach 10 tägigen Warten hatte ich keine Zeit sie durch zusehen, aber ein Blick auf Seite 17 No. 30 im 2. Teil der In- strumentationslehre erblickte ich die Partitur der Rienzi Ouverture v. R. Wagner, die mich veranlaßte Dir meine Meinung darüber zu schreiben. Es werden 26 Stimmen mit 16 verschiedenen Instrumenten verwendet und dabei folgende Schlüssel benützt: Violin= Alt=, Baß= und Tenorschlüssel- und kommen verschiedene Vorzeichnungen vor.

Um solche und ähnliche Partituren schnell studieren zu können ist es der Fall, als wenn man selbst eine neue Sprache erlernen will durch Werke, die dafür gemacht sind. Da aber all diese Werke sehr weitläufig anfangen, so vergeht manchem die Lust weiter zu lernen und laßt alles liegen. Nur ausdauernter Fleiß führt überall zum Ziele und so auch beim Musikstudium. Was der erste Teil dieses Werkes enthält habe ich nicht eingesehen, aber Geduld wird auch hier erforderlich sein, um die Geheimnisse kennen zu lernen. Ich hatte solche Werke nicht und musste mich auf das Praktische verlegen – was man vor Augen hat.

Richard Wagner benützte zu seiner Rienzi Ouverture 16 verschiedene Instrumente, um sie zur vollständigen Harmonie zu bringen und mußte verschiedene Schlüssel und Vorzeichnungen verwenden. Diese Schlüssel müssen vor allen Dingen zur Fertigkeit werden, um alles schnell zu begreifen. Der Violin = Alt = und Baßschlüssel ist jedem Musiker bekannt; weniger der Tenorschlüssel. Bei diesem Schlüssel ist das erste # (Kreuz) vor G; steht also ein Ton höher als das erste # vor F des Violin= schlüssels und muß desfalls ein Ton tiefer gelesen werden. Mit einigem Fleiß wird auch dieser Schlüssel zur Fertigkeit. Nur große Meister, wie R. Wagner, gebrauchen diesen Schlüssel. Die meisten Musikdichter gebrauchen statt diesem den Baßschlüssel.

R. Wagner benützte weiter zu seinem Werke verschie- dene Vorzeichnungen. Er verwendete 2 Ventilhorn mit der Stimmung in G (Dur) und ist deshalb nur ein # notwendig, bei der hier stattfindenten Violintonart D Dur. Mit Stimmung in C müssten 2 # stattfinden. Bei den 2 Waldhorn, 2 Cornet (Hochtrompet) und den 2 Trompi kommt gar kein # vor, weil die Instru- menten 1 Ton höher stehen nämlich D Stimmung.


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