« previous page | next page » |
To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).
You don't have permission to transcribe this page.
Current Page Transcription
Schmittweiler 25.Aug.1894 II. Jahrgang Lieber Eugen! Seit dem 1. Sept. befinden wir uns im 2. Jahrgang und denken wir zurück, so ist kaum zu glauben was Du Dir vorgenommen und vollbracht hast. Wichtig unter allen Dingen Ist das Wollen und Vollbringen. Wenn ich aber nachdenke, wie das alles auszuführen war, so muß ich glauben, daß eine hilfreiche Gunst überall zu gebote stand; denn durch die Kunst allein war es nicht möglich. Aber wie diese Gunst zu erreichen war, das ist das Geheimniß vor dem ich stehe. So wie ich denke war es Dein Schicken- Wer sich weis zu schicken Braucht sich nicht zu bücken. Es war Dein bescheidenes Benehmen-Deine Dir verdiente Achtung-Dein unermütliger Fleiß- Deine Sparsamkeit-Dein rechtschaffener Charakter- das alles zusammen mit Deinen Kenntnissen und Deiner Kunst vereinigt-brachte Dir die glückliche Erfolge-eine hoffnungsvolle Zukunft- und schließlich eine sorgenfrei Existens.- Eine weitere Frage: Was wird der zweite Jahrgang bringen? Ich denke, daß der nun einmal betretene Weg ganz sicher zum gewünschten Ziele führen wird, mit Einschluß aller Unannehmlichkeiten, denn der Weg zum Glück geht durch Freud und Leid. Wie Dir bekannt ist. Wie edel gedacht ist ein Gedicht von Hermann Singg (?)(name of poet was Lingg): Schier jede Höhe ward erstiegen Erforscht bald jeder tiefe Grund doch wo des Unglücks Grenzen liegen das ward noch keinem Menschen kund
