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Transcribe Page - Eugen Haas to Eugen Klee, May 14, 1923

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Eugen Haas to Eugen Klee, May 14, 1923, p. 2 - image of

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faßt entgegen. Unsere Reise führt uns nach Hindelang bei Oberstdorf. Hier weilten wir in einsamer Alpenwelt bei ausgezeichneter Verpflegung 14 Tage und reisten dann zu den Königsschlössern, durch Tirol, nach Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau (Passion), Starnberger See, München. Welch ein Gegensatz zwischen 1921 und 1922! Dort ein zähes Ringen in einem Mißjahr – hier das Wedererstarken zur gesunden Manneskraft! Wir haben erfahren, was es heißt gesund und stark sein. Gegenwärtig können keine materiellen Schätze gesammelt werden; denn man weiß ja nicht ob sie einem morgen zu Eigen gehören. Gesundheit ist heute alles in dieser harten Notzeit. So gehen wir auch dieses Jahr wieder nach „Deutschland.“ Geplant ist München, Chiemsee, Bad Reichenhall, König= see. Wenn uns dort das Pflaster zu teuer ist, reisen wir durch Tirol zum Plansee und von da ins schöne Ostrichtal, wo wir uns letztes Jahr wie daheim fühlten. Etwa Mitte August reisen wir. Bis dahin sind wir daheim und steht Euch Haus und Herz offen. Auch meine liebe Frau ist herzensgern bereit zu tun, was in ihren Kräften steht und soweit es die Verhältnisse aus einem schlichten Bauerndorfe erlauben. Unsere nächste Bahnstation – deutsche Bahnstation ist Rheinsheim, etwas weiter als von Landau zu uns. Autoverkehr ist starken Beschränkungen unterworfen und die Post= autolinien sind verboten. Ich kann Euch bei rechtzeitiger Anmeldung – einige Tage vorher – durch einen Fuhrmann mit Paßerlaubnis abholen lassen. Ich selbst kann Euch erst an der Rheinbrücke zu Germersheim erwarten. Von Rheinsheim zum Rhein ist ½ Std. Entfernung. Sollte die Anmeldung bei den derzeitigen Verhältnissen ver= spätet oder gar nicht eintreffen, so daß ich den Fuhrmann mit Paßerlaubnis nicht bekommen kann, dann müßt Ihr selbst für Euer Herüberkommen über den Rhein sorgen – für Euch ohne Schwierigkeit – und das Fuhrwerk ist dann in Ger= mersheim. Über die sonstigen Verhältnisse gibt Euch sicherlich die Kurkapelle in Kissingen, welche ein Teil des pfälz. Landessymphonieorchesters ist, gerne Aus= kunft. Wir wünschen Euch daselbst gute Erholung und möge besonders die liebe Tante den Klimawechsel leicht vollziehen. Sicherlich lernt sie auf der Reise durch Süddeutschland unser Vaterland von einer schönen Seite kennen und vielleicht darf ich Eich einen Besuch in Würzburg meiner s.Zt. Garni= sonsstadt mit seinem guten Frankenweint und erst recht Nürnberg – das alte Nürnberg –, welches das Schatzkästlein des deutschen Reiches genannt wird, ganz besonders empfehlen. Vergnügte Wanderfahrt!

[left margin, rotated 90°, top to bottom] Wir sind die Alten – deutsch und das heißt getreu in Allem u. Jedem! Dankbare Herzensgrüße! die Euren. – – – –


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