Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, August 28, 1921, p. 1 - image of
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Knittelsheim, 28.8.21.
Unsere Lieben! Liebe Tante! Lieber Onkel!
Gestern erhielten wir Eure werte Karte mit Eurer Absage. Ich will nicht schildern wie bitter weh Ihr uns damit getan habt. Wir hatten wenigstens noch auf einen kurzen Besuch gehofft. Leider soll es nicht sein. Lisabeth reist nun umgehend nach Heuchelheim, wo= selbst unser Kind bereits weilt. Auf Anraten des Arztes mußten wir ihm Luftveränderung geben, auch sollte es bei Eurem Hiersein nicht stören und uns hindern Euch völlig zu Diensten zu sein. Ich selbst reise Ende dieser Woche ebenfalls nach Heuchelheim; denn auch ich bedarf nach all den körperlichen, geistigen und seelischen Kämpfen dringende Ruhe. Voraussichtlich werde ich einige Tage im Lehrerheim Hornberg zubringen oder im Beamtenerholungs= heim Karlsthal. Briefe erreichen mich nach oder über Heuchelheim, per Adr. Heinrich Rasp. Für Eure Einladung zu einem Besuche in Münster a/St. danken wir herzlich. Wenn es uns möglich ist, mache ich auf meiner Fahrt nach Hornberg allein oder mit Lisabeth den erwünschten kurzen Abschiedsbesuch. In Bad Münster a/St wünschen wir Euch gute Erholung und frohe Stunden.
Da es meiner lieben Frau nicht vergönnt ist, unserer lieben Tante das nunmehr fertiggestellte Deckchen in Knittelsheim zu über= reichen, erlauben wir uns dasselbe beiliegend mit einem blühenden Asternstrauße aus unserm Garten zu übersenden. Möge Euch
