John V. Weinhardt to William W. Weinhardt, August 7, 1923, p. 3 - image of
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Deutschnationalen und den anders Gesinnten, die sich ja bei einer selchen Menschenmasse nicht vermeiden lassen, verlief das Turnfest sehr ruhig und völlig befriedigt nahmen wir von unserer Landeshauptstadt Abschied.
Allabendlich, während unseres Münchners Aufenthalts kosteten wir im Standqartier der Schwabacher un im Münchner Hofbräuhaus das weltbekannte gute Münchener Bier.
So jetzt ist mein Urlaub wieder herum und nun muss man wieder alle Tage im Geschäft fest arbeiten, denn mein Chef ist jetzt in Urlaub und ich bin allein im Büro, Be- sonders, nur das in Deutschland bekannte Wohnungsamt macht mir viel zu schaffen, denn wir haben jetzt in Schwabach 300 Wohnungssuchende, von denen mich fast alle Tage 100 besuchen.
Was meinen Gehalt anbetrifft, so steht er zu meiner Arbeitsleistung in keinem günstigen Verhältnis. Ich bekam für Monat Juni 600 000 Mk. wofür ich mir gerade den Stoff zu einem Sommerkittel kaufen konnte. Wenn man nur den Gehalt am Anfang des Monats bekommen würde, da könnte man sich doch halbwegs noch etwas ordentliches kaufen, aber bis zum Monatsschluss ist das Geld, das man für das Monat verdient hat nichts mehr wert. Der Dollar steht heute auf 2,000,000. -Mk. Zweimillionen Mark- und werde ich wohl nach meiner Rechnung für August Zweimillionen verdienen. Also bin ich dann Deutscher Millionär. Aber was man dann nach für Zweimillionen bekommen wird. Eine Sporthese 1 1/2 Millionen, ein Anzug 8-12 Millionen ein Paar
