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und Verbitterung meines Gemüths erreicht sein würde, die das
Zusammenleben mit mir Allen meinen Angehörigen vermuthlich
so unangenehm machen würde, wie es vor 30 Jahren uns
das Zusammenleben mit unserm Vater war. - Schon jetzt sind die
Gefühle, mit denen ich nach Deutschland gehe, keine angenehmen.
Mathilde's Briefe an mich während des ganzen Winters sind so
erbärmlich dürftig, geradezu wegwerfend flüchtig gewesen und
es ist mir darin niemals Auskunft über das ertheilt worden, was
mich denn schließlich doch mehr interessiren muß, als Mittheilungen
über Tanzkränzchen, Bälle, Theater pp , nämlich die Fortschritte, welche Mathilde
in ihren verschiedenen Unterrichtsgegenständen macht. Daß sie mich jährlich
ungefähr 1000 Doll kostet ist so ziemlich Alles, was ich darüber
weiß. Meine Befürchtung ist, in Mathilde ein oberflächlicheres, leicht=
sinnigeres Mädchen zu finden, als sie hier gewesen ist. - Wie sie in
unserm Hause die Gertrud ersetzen soll, ist mir noch sehr unklar; die=
se hat, in Vergleich zu meiner Frau, die gesetzte Hausfrau vorgestellt und
[roman:] Gretchen [/roman] nur das liebenswürdige, verhätschelte Kind; wenn nun dazu Mathilde
als zweites, erwachsenes Kind kommt, so werde ich mich wohl bei Zeiten darauf
vorbereiten müssen, auf eine eigene Häuslichkeit zu verzichten und, wie die
Amerikaner in board zu gehen. - Alles in Allem hätte ich gar nichts da=
gegen, wenn auf der Seefahrt ich ersöffe und die andern gerettet würden; sie
würden dann schon miteinander auskommen
Da wir über [roman:] Baltimore [/roman] reisen, von wo die Fahrt 16 bis 20 Tage dauern kann, so habe ich nach Dessau den Tag unserer Abfahrt nicht genau geschrieben, damit man sich dort nicht zu lange ängstige. Dir will ich mittheilen (aber unter der Bedingung, daß Du Mathilden nichts Genaues darüber sagst), daß wir uns am 26. April in Baltimore auf dem gleichnamigen Dampfer nach Bremen einschiffen wollen, also etwa zwischen dem 15. und 18. Mai in Dessau sein können. Dein treuer Bruder [roman:] H Raster [/roman]
[text on top of page 1, written upside down:] Hast Du in Zerbst von dem Untergang des Dampfers [roman:] "Atlantic" [/roman] bei [roman:] Halifax [/roman] am 1. April gehört? Er bestätigt Deine Auffassung, daß die englischen Dampfer unsicherer, mal unvorsichtiger geführt und liderlicher bemannt sind. Um so besser, daß wir einen langsameren, aber hoffentlich sicherern deutschen Dampfer haben [/text on top of page 1, written upside down]
