« previous page | next page » |
To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).
You don't have permission to transcribe this page.
Current Page Transcription
waren, verschwand ungefähr die Hälfte im Hinterparlor, wo dann sehr
eifrig geflüstert und hin= und hergelaufen wurde. Nach kurzer Zeit
wurden die Thüren geöffnet und erblickten wir auf dem Tische ein
prachtvolles Silberservice, von welchem Grete eine ziemlich unrichtige
Zeichnung zu fertigen versucht hat, und welches [roman:] Mr. Irvin [/roman] mit einer
Ansprache übergab. Wie Raster dafür dankte und wer nachdem noch
Reden hielt, könnt Ihr ausführlich in der Zeitung lesen, wo auch
unsere Liebenswürdigkeit rühmlichst erwähnt ist? Der Wein floß
in Strömen und wurde auch unseren Eßwaaren alle Ehre angethan.
Unter lebhaftem Geplauder, meist englisch, verging die Zeit recht
angenehm, wozu die 21 Flaschen Champagner à 3 1/2 Dollars das Ihrige
thaten. Gegen elf Uhr tönte von der Straße her Männergesang und als
wir vor die Thüre traten, sahen wir ungefähr 12 Herren mit Lichtern
und Noten bewaffnet, die zur [roman:] Germania [/roman] und [roman:] Concordia [/roman] gehören und Raster
ein Ständchen brachten. Selbstverständlich baten wir sie näher zu
treten und sich durch Wein und etwas Speisen zu stärken, was sie
natürlich annahmen und noch mehrere Lieder im Zimmer sangen;
Herr Fuchs, der Dirigent, trug uns auch eine Phantasie auf unserem
neuen Klavier vor. Gegen halb zwölf Uhr verabschiedeten sich die
Herren, uns versichernd, daß sie sich außerordentlich amüsirt hätten
und uns, außer der sehr angenehmen Erinnerung und dem Silber=
service, über zwei Dutzend Flaschen Wein und drei Flaschen Cham=
pagner zurücklassend. Das nenne ich doch nobel! - - Bis nach 1 Uhr
blieben wir noch auf und freuten uns über das herrliche Geschenk, welches die
Erfüllung Gretens höchsten Wunsches ist und wahrhaft "[ferschtlich?]" ist.
] Der Werth beträgt 450 Dollars. Aus der Liste, die Raster zufällig er=
halten hat, ersehen wir, daß jeder Branntweinbrenner 25 Dollars und
keiner von den Beamten unter 10 Dollars gegeben hat. Im Ganzen [insertion:] sind [/insertion] 560
Dollars zusammengekommen, wovon über 100 Dollars für Wein und Ci=
garren abgehen. Jetzt fehlt uns nur noch ein Büffet, um [insertion:] das Service [/insertion] es aufzustellen,
wahrscheinlich nicht mehr lange. -
