Margarethe Raster and Gertrud Oppenheim to Anna Oppenheim, April 21, 1872, p. 1 - image of
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[roman:] Chicago [/roman] d. 21/4 72
Mein liebes Muttchen.
Gestern erhielt ich Deinen Brief, mein Muttchen, in welchem Du mir Vorwürfe über mein seltenes Schreiben machst. Allerdings kann ich nicht so oft und lange hinter einander schreiben, da meine Augen sehr schwach sind. Ich habe deswegen einen Augenarzt consultirt, welcher mir eine blaue Brille zu tragen verordne= te, was ich seit dieser Zeit beständig und mit ziemlich gutem Erfolg gethan habe. Schöner macht's mich freilich nicht! wie Kapp neulich sagte, als ich auf die [roman:] office [/roman] kam. Ich kann ihm leider nicht Unrecht geben, die blaue Brille und meine graue Gesichts farbe bilden durchaus keinen anmuthigen Contrast. Nun kommt Gott sei Dank! bald die Zeit, wo wir unser Kind hereinnehmen können und wenn Du diese Zeilen
