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[roman:] Chicago [/roman], 7. April 1872
Meine liebe Schwester
Deinen lieben Brief vom 12. März habe ich vor zehn Tagen erhalten und mich gefreut daraus zu ersehen, daß die Geldangelegenheit zu des Schwagers Zufriedenheit geordnet ist. Ich muß noch dazu bemerken, woran ich neulich nicht gedacht hatte, daß von [Rintsch?] (oder von irgend einem andern Schuldner, als mir selbst) eine Zahlung der Zinsen drei Wochen vor dem Tage, am welchem sie fällig sind, selbstverständlich nicht zu erwarten ist. Ich schickte die halbfährl. Zinsen immer so ab, daß sie zum 1. Mai u. 1. Nov. in Zerbst waren; das wird nun nicht der Fall sein, da [Rintsch?] natürlich erst am 1. Mai u.s.w. zahlen wird, so daß das Geld erst in der letzten Woche des Monats in Zerbst eintreffen kann. - Späterhin kann ich, wenn es gewünscht wird, das Geld um einige Wochen vorschießen, diesmal aber mag ich es nicht, da ich nicht weiß, wie viel baar Geld ich zu Hauskauf u. Einrichtung brauche.
Daß ich ein Haus gekauft habe, wirst du von Mathilde wissen. Die Untersuchung des Besitztitels und Aufsetzung der Papiere wird noch eine oder zwei Wochen erfordern, so daß wir doch nicht leicht vor dem 1. Mai werden einziehen können. [insertion:] Dann werden wir auch den kleinen Jungen hereinnehmen, obschon nicht ohne bange Besorgniß meinerseits, denn ich fürchte, daß er - aus Mangel an Erfahrung - bei uns nicht so gut verpflegt sein wird, wie jetzt bei seiner Wärterin. [/insertion] Außerdem muß zuvor der Verkauf meines Lots zum Abschluß gebracht werden. Für letzteres erhalte ich 5000 Doll. (davon gehen an den [Notar?]= händler 100 ab) u [paper damaged] den habe ich außerdem 6000. Doch werde ich nur 8500
